Das Logische Modell als Instrument der Evaluation in der Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter
Ein Projektmodul der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention
Kurzbeschreibung
(Quelle: Haubrich, Holthusen & Struhkamp 2005, S. 3)
Anliegen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Vorhabens war es, das Logische Modell für Evaluationen in der Kriminalprävention weiter zu entwickeln und zu erproben. Unter Einbezug unterschiedlicher Praxisansätze sollten die Chancen und Grenzen dieses Ansatzes herausgearbeitet werden. Ein weiteres Ziel des Projektes bestand darin, das Logische Modell stärker in die Fachdebatten über Evaluation einzubringen, da davon ausgegangen wird, dass es eine Alternative zu reinen Black-Box-Konzepten und experimentellen Designs darstellt.
Das Projektmodul gliederte sich in insgesamt drei Projektphasen:
- Erarbeitung erster Logischer Modelle von vier exemplarisch ausgewählten Praxisprojekten sowie deren weitere Anreicherung
- Auswahl von zwei Praxisprojekten zur wirkungsorientierten Evaluation und Entwicklung des Evaluationsdesigns sowie Identifikation zentraler Fragestellungen für die Evaluation
- Durchführung der Evaluation
Auftaktveranstaltung mit den Praxisprojekten
Auftakt für das auf zwei Jahre angelegte empirische Forschungsvorhaben war der Workshop „Logische Modelle in der Kriminalitätsprävention“, der vom 17. bis 19. November 2008 am DJI in München stattfand. Teilgenommen haben vier Praxisprojekte, die hinsichtlich ihrer Zielgruppen, der methodischen Ausrichtung sowie der Projektreife ein breites Spektrum repräsentierten:- Soziale Gruppenarbeit für strafunmündige Kinder
- Berufsbezogene Jugendhilfemaßnahme für gewaltbereite männliche Jugendliche
- Anti-Aggressivitätstraining für gewaltauffällige Mädchen
- Erzieherischer Jugendarrest für männliche Straftäter
Projektbesuche zur Weiterentwicklung der Logischen Modelle In jeweils fünf Projektbesuchen wurden diese ersten Logischen Modelle in einem diskursiven Verfahren weiterentwickelt und angereichert. Dabei sollte die Modellierung hauptsächlich durch die PraktikerInnen selbst vorgenommen werden, die Wissenschaftler nahmen eine unterstützende Rolle ein. Bereits während des Modellierungsprozesses wurde deutlich, dass das Logische Modell für die PädagogInnen ein hilfreiches Instrument darstellt, einen systematischeren Blick auf ihre eigene Arbeit zu erhalten und Außenstehenden ihre Arbeit besser kommunizieren zu können. Auch wurden bereits während der Modellierung erste Ideen entwickelt, wie der Evaluationsgegenstand aussehen kann. Erfahrungsaustausch im Rahmen eines Arbeitstreffens am DJI Am 12. August 2009 veranstaltete das DJI ein Arbeitstreffen, das den Praktikern die Möglichkeit geben sollte, sich über die bisherigen Erfahrungen mit dem Logischen Modell auszutauschen. Offenbar wurde hier, dass das Instrument des Logischen Modells in der Anwendung auf die eigene Praxis nach anfänglicher Skepsis auf eine überaus positive Resonanz gestoßen ist. Gleichwohl ist aber auch betont worden, dass es bei diesem Modellierungsprozess einer wissenschaftlichen Begleitung bedarf und ausreichende zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen müssen. Anschließend wurden zwei ausgewählte Projekte von uns evaluiert. Im Rahmen der Evaluation ging es nicht nur darum, die Wirkungsannahmen der Projekte zu prüfen, sondern auch die Funktionen des Logischen Modells im Evaluationsprozess zu beleuchten.