Ausgangssituation

Regelmäßig gelangen von Jugendlichen unter Alkoholeinfluss begangene (Gewalt‑)Straftaten in die Schlagzeilen und in der Folge auf die politische Agenda. Forderungen nach sicherheitspolitischen sowie gesundheitspräventiven Maßnahmen stehen dabei meist im Vordergrund. Auch die Kinder- und Jugendhilfe weiß um die Problematik dieser häufig zusammen auftretenden Verhaltensweisen und ihre sich teilweise verstärkenden Wechselwirkungen. Dabei ist klar: Der Alltagskonsum von Suchtmitteln ist heute bei vielen Jugendlichen bzw. Jugendgruppen eine „ungefragte Selbstverständlichkeit“, die präventive Bemühungen vor ungelöste Aufgaben stellt. Mitunter führt der Alkoholkonsum und unkontrolliertes Handeln für die Jugendlichen zu gravierenden Begleiterscheinungen und Folgen. Obwohl die gleichen Faktoren sowohl für Gewalthandeln als auch für einen problematischen Alkoholkonsum verantwortlich sein können (Görgen/Nowak 2013; Özsöz 2014; Litau 2017), wird in der Praxis häufig der Fokus nur auf eines der beiden Phänomene gerichtet unter Vernachlässigung des anderen. In nicht wenigen Präventionsansätzen stellt sogar das eine Verhalten ein Ausschlusskriterium für die Bearbeitung des anderen dar. Eine Fokussierung auf die Lebenswelt der Adressatinnen und Adressaten ist hier geboten. Die gemeinsame Bearbeitung von Gewalthandeln und problematischem Alkoholkonsum stellt Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe offenbar vor eine besondere Herausforderung. Auf welche Angebotsstruktur können sie zurückgreifen und welche Handlungsstrategien lassen sich entwickeln? Diesen und weiteren Fragen hat sich das Projekt "Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter - Herausforderungen für die Jugendhilfe" gewidmet.



Flick, Uwe (2015): Triangulation in der qualitativen Forschung. In: Flick, Uwe/Kardorff, Ernst von/Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 11. Aufl. Reinbek, S. 309–318

Görgen, Thomas/Nowak, Sabine (2013): Alkohol und Gewalt: eine Analyse des Forschungsstandes zu Phänomenen, Zusammenhängen und Handlungsansätzen. Münster. https://im.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-im/intern/dateien/publikationen/Literaturanalyse.pdf (13.05.2019)

Litau, John (2017): Alkoholkonsum als Lernprozess. Wendepunkte, Phasen und Verläufe des Umgangs mit Alkohol im Jugendalter. Weinheim/Basel

Meier, Jana (2015): Jugendliche Gewalttäter zwischen Jugendhilfe- und krimineller Karriere. Abschlussbericht. München. http://www.dji.de/fileadmin/u-ser_upload/jugendkriminalitaet/AST_Abschlussbericht_Gewalttaeter.pdf (13.05.2019)

Özsöz, Figen (2014): Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluss bei jungen Menschen in Bayern. Projektbericht der Kriminologischen Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei. München. https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/25_alkohol_gewalt.pdf (13.05.2019)


Beitrag "Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter - Herausforderungen für die Jugendhilfe" erschienen

Die ersten Ergebnisse des empirischen Forschungsprojekts „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ stellten Carina Seidl, Annemarie Schmoll und Dr. Thomas A. Fischer im Rahmen der 15. Wissenschaftlichen Fachtagung der Kriminologischen Gesellschaft in Münster im Jahr 2017 vor. Der Beitrag ist kürzlich im Tagungsband „Kriminologische Welt in Bewegung“ (print und online) erschienen.

Den Link zur Online-Version finden Sie hier.


Die Projektmitarbeiterinnen Carina Seidl und Lena Weihmayer im Gespräch

Dr. Sabrina Hoops und Annemarie Schmoll von der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention sprechen mit den Projektmitarbeiterinnen Carina Seidl und Lena Weihmayer am Ende der Projektlaufzeit über sich abzeichnende Befunde der Forschung zum Thema Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter.

Zum Gespräch

 

 


Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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