Eine Diskussion, die spätestens seit dem Jahr 2000 immer stärker in den Mittelpunkt rückt, ist die Frage nach der Sichtbarmachung von Kompetenzen, Fähigkeiten und Kenntnissen, die in Prozessen non-formalen und informellen Lernens erworben werden. Damit einher geht eine steigende Bedeutung von Kinder- und Jugendarbeit. Auf europäischer Ebene wurde betont, dass die Förderung, Anerkennung und Sichtbarmachung der formalen Bildung, des non-formalen und des informellen Lernens eine Bedingung für die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten der EU ist. Vor allem in der Arbeitswelt werden Kompetenzen zu einem immer wichtigeren Faktor, da sich die Halbwertszeit spezifischer berufsbezogener Fähigkeiten stetig verkürzt.

Auch wenn, insbesondere von Seiten der Kinder- und Jugendarbeit, betont wird, dass es bei ihren Aktivitäten nicht vorrangig um die Bildung von Humankapital geht, spielt die Nutzung hierbei erworbener Kompetenzen für den weiteren Bildungs-, Ausbildungs- und Erwerbsverlauf eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund lässt sich in den letzten Jahren eine Reihe von Initiativen beobachten, die die erlernten Kompetenzen sichtbar machen und die Bedeutung des non-formalen und informellen Lernfeldes hervorheben wollen. Dazu zählen auf der EU-Ebene der Europass und der Europäische Qualifikationspass. Die Lernerfahrungen aus dem Programm „Jugend in Aktion“ werden mit dem Youthpass sichtbar gemacht. In Deutschland spielt im Bereich der kulturellen Bildung vor allem der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BJK) entwickelte Kompetenznachweis Kultur (KNK) eine wichtige Rolle.

Die verschiedenen Bilanzierungs- und Nachweisverfahren sind zumeist umfassend und ausführlich angelegt und beinhalten eine Vielzahl methodischer Schritte. Damit stellen sie sowohl an die Jugendlichen als auch an die Pädagoginnen und Pädagogen hohe Anforderungen. Dennoch besteht auf beiden Seiten, der Jugendlichen und der Fachkräfte, das Interesse, Kompetenzentwicklungen festzuhalten und sichtbar zu machen. An diesem Punkt setzt das geplante Projekt an. Es soll in einem gemeinsamen Prozess zwischen den beteiligten Projekten, der Drosos Stiftung und weiteren wichtigen Akteuren in diesem Feld ein Instrument zum Nachweis non-formalen Lernens in kreativ-pädagogischen Projekten entwickelt werden. Im weiteren Verlauf wird dieses Instrument durch die beteiligten Einrichtungen eingesetzt und erprobt, ggf. überarbeitet und angepasst. Am Ende dieses Prozesses steht die Erarbeitung eines Handbuchs, in dem zum einen das entwickelte Instrument zum weiteren Einsatz aufgearbeitet und beschrieben wird und zum anderen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung dargestellt werden.

 

 

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