Das Forschungs-Praxis-Projekt will einen grundlegenden Beitrag zur Prävention von Männergewalt gegen Frauen leisten. Es geht von der begründeten Überzeugung aus, daß Männergewalt gegen Frauen aus einem Männlichkeitsbild resultiert, das Macht und Überlegenheit über Frauen suggeriert, jedoch der Realität der meisten Jungen und Männer widerspricht. Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist ein noch immer in hohem Maße geduldetes Mittel, Machtbedürfnisse auszuleben und sich dadurch männlich, gleichgesetzt als überlegen, zu fühlen. Diese Analyse trifft auf körperliche, sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen zu. Geschlechtshierarchisches Denken und Handeln, Demütigung und Abwertung von Mädchen und Frauen ist in der Gesellschaft so tief kulturell verankert, daß sie sich gleichermaßen in moderni-sierten Erscheinungsformen von Weiblichkeit(en) und Männlichkeit(en) fortsetzen und in das professionelle Verständnis und Handeln in sozialen und pädagogischen Berufen unhinterfragt eingelassen sind.
Das politische Mittel des Gender Mainstreaming, das hier gegensteuern will, braucht ebenso wie die Bemühungen um die Beendigung von Gewalt gegen Frauen die Ent-wicklung und Implementation gewaltfreier und frauenrespektierender Männlichkeitsbilder als entscheidende Grundlage für die Gewaltprävention.


Das Forschungs-Praxis-Projekt will ganz pragmatisch an bisherigen Konzepten der Gewaltprävention ansetzen und sie um die zumeist fehlenden Aspekte "Gewalt gegen Mädchen und Frauen" sowie Problematisierung traditioneller hierarchischer und Förderung/Einübung alternativer Männlichkeitsbilder erweitern. Erfolgreiche Methoden, mit denen Jungen neue Orientierungen erhalten und akzeptieren, sollen in konkrete Handlungsvorschläge für die pädagogische Praxis einmünden, deren flächendeckende Verbreitung angestrebt wird, um eine sowohl qualitative als auch quantitative Phase in der Prävention von Gewalt gegen Mädchen und Frauen einzuleiten. Das Projekt wurde im März 2006 abgeschlossen.


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