Der Begriff Disclosure steht für das Anvertrauen erlebter sexualisierter Gewalterfahrungen. Laut dem mehrfach bestätigten Befund der ersten BMBF-Förderlinie zu sexualisierter Gewalt vertrauen sich Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, häufig zunächst nicht erwachsenen Vertrauenspersonen, sondern Gleichaltrigen (Peers) an. Beratungsstellen zu sexualisierter Gewalt greifen in ihren Präventionsangeboten zwar ein Anvertrauen (Disclosure) gegenüber Gleichaltrigen auf, können sich dabei jedoch nicht auf gesichertes Wissen über die damit verbundenen Implikationen stützen.

Das Gesamtziel des Projekts ist es, empirisches Wissen über Disclosure-Prozesse von betroffenen Jugendlichen gegenüber Gleichaltrigen zu generieren und auf dieser Grundlage zusammen mit Beratungsstellen inhaltlich und methodisch fundierte Module für Peers als Adressaten und Adressatinnen von Disclosure für die Präventionsarbeit zu entwickeln.

Die zu entwickelnden Module dienen dazu, von sexueller Gewalt betroffene Jugendliche einerseits und jugendliche Adressatinnen und Adressaten von Disclosure andererseits zu stützen, sowie Wege ins Hilfesystem zu bahnen. Jugendliche Adressatinnen und Adressaten von Disclosure sollen im Bemühen, ihren Freundinnen und Freunden zu helfen, vor Überforderung geschützt und bei der emotionalen Bewältigung belastender Schilderungen sexualisierter Gewalt unterstützt werden.

Zielgruppen des Vorhabens sind sowohl die Forschung als auch die Praxis. Die Ergebnisse der Erhebungen zur Rolle der Peers als Adressaten von Disclosure und Brücken ins Hilfesystem werden daher in wissenschaftlichen und praxisorientierten Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Tagungen vorgestellt.

Als Ergebnis entsteht ein Werkbuch mit inhaltlichen und methodischen Anregungen zur Behandlung des Themas im Rahmen von Präventionsangeboten zu sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Die Forschungsfrage unserer Studie hebt auf die Herausforderungen und Konflikte ab, die sich aus einem Anvertrauen sexualisierter Gewalterfahrungen gegenüber Gleichaltrigen ergeben und darauf wie diese in Präventionsangeboten so berücksichtigt werden können, dass sowohl jugendliche Opfer sexueller Gewalt als auch jugendliche Disclosure-Adressaten und -Adressatinnen bestmögliche Unterstützung erfahren. Diese Fragestellung ist so angelegt, dass sie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Sozialwissenschaften verlangt, da sowohl Erfahrungen und Bedarfe Jugendlicher eruiert, als auch auf dieser Grundlage pädagogisch qualifizierte Konzepte entwickelt werden sollen. Diese beiden Elemente spiegeln sich in den folgenden zwei Projektphasen wider:


Die Durchführung des Projekts wird von einem Beirat begleitet, in dem von sexualisierter Gewalt Betroffene, für das Feld einschlägige Wissenschaftlerinnen sowie Fach- und Leitungskräfte aus der Präventionspraxis vertreten sind. Der Beirat begleitet die Durchführung des Projekts auch unter forschungsethischen Gesichtspunkten und wirkt aktiv bei der Diskussion der Ergebnisse und den daraus resultierenden Präventionsmodulen mit. 

Publikationen

In Kürze werden Sie hier über aktuelle Veröffentlichungen aus dem Projekt informiert.

Tagungen/Workshops

In Kürze werden Sie hier über aktuelle Vorträge und Präsentationen auf Tagungen sowie Workshop-Teilnahmen informiert.

Aktuelles

Kontakt

+49 89 62306-245
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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