Der Begriff Disclosure steht für das Anvertrauen erlebter sexualisierter Gewalterfahrungen. Vor dem Hintergrund des mehrfach bestätigten Befunds der ersten BMBF-Förderlinie zu sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten (2011-2016) gehört diesbezüglich, dass Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, sich häufig zunächst nicht erwachsenen Vertrauenspersonen, sondern Gleichaltrigen (Peers) anvertrauen. Beratungsstellen zu sexualisierter Gewalt greifen in ihren Präventionsangeboten zwar ein Anvertrauen (Disclosure) gegenüber Gleichaltrigen auf, können sich dabei jedoch nicht auf gesichertes Wissen über die damit verbundenen Implikationen stützen. Gesamtziel des Projekts ist es daher ein solches, empirisches Wissen zu generieren und auf dieser Grundlage zusammen mit Beratungsstellen inhaltlich und methodisch fundierte Module zu Peers als Adressaten und Adressatinnen von Disclosure für die Präventionsarbeit zu entwickeln.

Ziele

Die zu entwickelnden Module dienen dazu von sexueller Gewalt betroffene Jugendliche einerseits und jugendliche Adressatinnen und Adressaten von Disclosure andererseits zu stützen, sowie Wege ins Hilfesystem zu bahnen. Jugendliche Adressatinnen und Adressaten von Disclosure sollen im Bemühen, ihren Freundinnen und Freunden zu helfen, vor Überforderung geschützt und bei der emotionalen Bewältigung belastender Schilderungen sexualisierter Gewalt unterstützt werden. Die forschungsleitende Fragestellung des Projekts, die es zu beantworten gilt, hebt auf die Herausforderungen und Konflikte ab, die sich aus einem Anvertrauen sexualisierter Gewalterfahrungen gegenüber Gleichaltrigen ergeben können und die Frage, wie diese in Präventionsangeboten so berücksichtigt werden können, dass sowohl jugendliche Opfer sexueller Gewalt als auch jugendliche Disclosure-Adressaten und – Adressatinnen bestmögliche Unterstützung erfahren.

Kontakt

+49 89 62306-245
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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