Die Reform der Richtlinien des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP), die mit einer Umstellung auf teils überarbeitete, teils erstmals explizit beschriebene Verfahren und Instrumente der Planung und Steuerung einhergeht, führt unvermeidlich zu einer längeren Phase der Weiterentwicklung vorhandener Strukturen und des Lernens bei allen in den Prozess der fach- und förderpolitischen Umsetzung des KJP involvierten Akteuren (BMFSFJ, Bewilligungsbehörden, bundeszentrale freie Träger). Bei der Ausgestaltung der KJP-Reform wurde auf Ergebnisse der vom DJI durchgeführten Evaluationen von acht der bisherigen KJP-Förderprogramme zurückgegriffen. Mit ersten Schritten der Implementation, die bereits im Jahr 2016 anstanden, und dem Inkrafttreten der neuen KJP-Richtlinien im Januar 2017 werden sich die neuen Verfahren und Instrumente einspielen und bewähren müssen. Gleichzeitig wird ein verstärkter gegenseitiger Verständigungsbedarf auftreten.

Aufgabe des DJI-Projektes ist es, diesen Implementationsprozess der KJP-Reform zu beschreiben und zu evaluieren. Die wissenschaftliche Begleitung zielt darauf ab, exemplarisch Lernprozesse bei der Umsetzung der KJP-Reform zu analysieren, gegebenenfalls nicht intendierte Nebenfolgen zu erfassen und die ersten Erfahrungen für eine eventuell erforderliche Nachsteuerung und Feinjustierung der KJP-Reform nutzbar zu machen. Im Zentrum des Forschungsinteresses des DJI steht dabei die Frage, wie die mit der Richtlinienreform des KJP einhergehenden Herausforderungen von den beteiligten Akteuren angenommen und umgesetzt werden und welche Erfahrungen dabei gewonnen werden. In den Blick genommen werden die vier Instrumente „Planungsgespräche“, „Zentralstellenverfahren“, „KJP-Arbeitsgruppen“ und „Sachberichte“. Ergebnisse werden schon im laufenden Evaluationsprozess im Sinne einer wissenschaftsbasierten Politikberatung rückgespiegelt und als Reflexionsanlässe für die weitere Gestaltung des Implementationsprozesses von Zuwendungsgeber und Zuwendungsempfängern genutzt.

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