In dem vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie BMBF geförderten Forschungsvorhaben geht es um die Aufklärung und Weiterentwicklung der Bezüge zwischen Schulen und ihrem sozialräumlichen Umfeld. Ausgehend von neueren milieutheoretischen Ansätzen der Lebensweltforschung werden zwei grundlegende Fragen untersucht:

  • Welche Angebote und Leistungen werden von Schulen in unterschiedlichen sozialen Milieus erwartet, und wie werden Schulen von ihren "Kunden" (Schülern, Eltern) wahrgenommen und genutzt?
  • Wie verhalten sich Schulen angesichts der Herausforderung zu verstärkter Profilbildung, und unter welchen Bedingungen werden die sozialen Milieus “bewußt” bei der Ausbildung von Schulprofilen einbezogen?

Neben dem Lebensweltbezug ist der Arbeitsweltbezug ein wichtiges Thema des Vorhabens. Die Untersuchung konzentriert sich deshalb auf die Jahrgangsstufen 8 bis 10 der Sekundarstufe, in denen Fragen der vorberuflichen Bildung, der Vorbereitung auf den Übergang von der Schule in den Beruf eine erhebliche Rolle spielen. In anhand einer sozialen Milieutypologie ausgewählten Stadtbezirken sind dazu repräsentative Schüler-, Eltern- und Stadtteilbewohnerbefragungen geplant. Außerdem werden Experteninterviews mit Schulleitern, Lehrkräften und Sozialpädagogen sowie mit Vertretern von Verwaltungen, Trägern, Betrieben und Kammern durchgeführt. Im Ergebnis soll das Vorhaben bildungspolitisch relevante Hinweise zur Weiterentwicklung von Schule und der Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule und Einrichtungen der beruflichen Bildung erbringen. Daneben geht es auch um einen bildungssoziologischen Ertrag, indem durch den Einsatz des Milieuforschungsmodells und der Verknüpfung sozialstruktureller mit sozialkulturellen Daten Bildungsbeteiligung (milieuspezifische Schulbesuchsquoten) und Bildungsbenachteiligung genauer bestimmt werden können, als es mit den herkömmlichen Schichtmodellen möglich ist.

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