Die fortschreitende Digitalisierung durchdringt nahezu alle Bereiche der Gesellschaft, nicht zuletzt die alltäglichen sozialen Interaktionen in den zentralen Sozialisationskontexten Familie, Peers und Schule. Gerade für Familien bieten digitale Medien zahlreiche Möglichkeiten, nicht nur zur Erleichterung der Alltagsorganisation, sondern auch zur emotionalen Ausgestaltung der Beziehungen sowie zur Aufrechterhaltung von Kontakten zu entfernt oder getrennt lebenden Familienmitgliedern. Im vorliegenden Projekt werden speziell diese Potentiale des Aufwachsens in digitalisierten Welten in den Vordergrund gerückt.

Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle der digitalen Kommunikation für die Gestaltung von sozialen Beziehungen sowie für die soziale Entwicklung von Kindern mit räumlichen Diskontinuitätserfahrungen. Veränderungen im sozialen Umfeld können sich sowohl durch neue berufliche Herausforderungen als auch durch Trennungserfahrungen der Eltern ergeben. Mobilitätserfahrungen im Zuge eines Wohnortwechsels sind mit zahlreichen Veränderungen in den sozialen Kontexten von Kindern verbunden und erfordern zumeist eine Reorganisation des sozialen Umfelds. Oftmals werden dabei Einschränkungen bisheriger sozialer Ressourcen vermutet, wenn eine alltägliche direkte Kommunikation aufgrund der entstandenen räumlichen Distanz nicht mehr möglich ist. Neue digitalisierte Kommunikationsformen bieten die Möglichkeit, dass Personen auch über räumliche Entfernungen hinweg permanent miteinander in Kontakt bleiben können. So ist zu erwarten, dass digitalisierte Kommunikationsstrukturen eine positive Bewältigung von sozialen Herausforderungen im Zuge räumlicher Mobilitätserfahrungen erleichtern, wobei zugrunde liegende Mechanismen und Dynamiken bislang kaum analysiert wurden. Im Rahmen der Pilotstudie wird untersucht, inwieweit Kinder und Jugendliche digitale