Trotz der gesetzlichen Gleichrangigkeit mit der institutionellen Kindertagesbetreuung, der umfangreichen Förderung auf Bundes- und Landesebenen und ihres unbestrittenen Beitrags zur Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Aufgaben, wird die Kindertagespflege häufig noch immer als Randerscheinung wahrgenommen (Viernickel 2015). Die Arbeitsbedingungen der zumeist selbstständig tätigen Tagespflegepersonen variieren stark und es entstehen aktuell vielfältige, neue Formen der Kindertagespflege (z.B. Großtagespflege) (Heitkötter/Teske 2014).

Nicht nur in Politik und Praxis gibt es Nachholbedarf, auch in der Forschung wurde der Kindertagespflege vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. So fehlen beispielsweise verlässliche, bundesweit angelegte Daten zur pädagogischen Qualität der Kindertagespflege und auch zu den Besonderheiten der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindertagespflegepersonen (Pabst/Schoyerer 2015). Das Projekt QuidKit zielte vor diesem Hintergrund darauf ab, die Erkenntnislage zur Kindertagespflege zu verbessern.

Im Einzelnen wurden folgende Fragestellungen verfolgt:        

  • Wie gestaltet sich das Feld der Kindertagespflege in Bezug auf Strukturmerkmale (wie z.B. Betreuungsschlüssel, Arbeitsbedingungen, Formen der Kindertagespflege) und die Ausbildung und Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen sowie die Unterstützung durch Fachberatung und Qualitätsentwicklung?
  • Welche Erwartungen und Erfahrungen haben Eltern und Kindertagespflegepersonen im Hinblick auf die Qualität der pädagogischen Arbeit bezogen auf ein konkretes Kind?
  • Welche Einschätzungen haben Eltern und Kindertagespflegepersonen hinsichtlich ihrer Zusammenarbeit?

Im Rahmen der Studie wurden 467 Eltern sowie die betreuenden Kindertagespflegepersonen jeweils bezogen auf dasselbe ein- bis sechsjährige Zielkind befragt. Darüber hinaus wurden weitere 834 Kindertagespflegepersonen zu allgemeinen Fragen rund um Arbeits- und Qualifizierungsbedingungen in der Kindertagespflege befragt. So können auch für das Feld der Kindertagespflege belastbare Erkenntnisse über die Qualität der pädagogischen Arbeit, der Elternkooperation sowie der Arbeitssituation der Kindertagespflegepersonen gewonnen werden.

Heitkötter, Martina/Teske, Jana (2014): Formenvielfalt der Kindertagespflege. Standortbestimmung, Qualitätsanforderungen und Gestaltungsbedarfe. München

Pabst, Christopher/Schoyerer, Gabriel (2015): Wie entwickelt sich die Kindertagespflege in Deutschland? Empirische Befunde und Analysen aus der wissenschaftlichen Begleitung des Aktionsprogramms Kindertagespflege. Weinheim, Basel

Viernickel, Susanne (2015): Identifikation struktureller Qualitätsmerkmale in der Kindertagespflege. Theoretische und empirische Analysen, steuerungsrelevante Konsequenzen. In: Viernickel, Susanne/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Strehmel, Petra/Preissing, Christa/Bensel, Joachim/Haug-Schnabel, Gabriele (Hrsg.): Qualität für alle. Wissenschaftlich begründete Standards für die Kindertagesbetreuung. Freiburg, S. 403–484

Kontakt

+49 89 62306-235
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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