Laut Medienberichten wächst in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien die Sorge, dass so genannte "Parallelgesellschaften" entstehen, also Gesellschaften mit einem unzureichenden Bildungsniveau bei Kindern, einem Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten bei Jugendlichen, einer hohen Arbeitslosigkeitsrate bei jungen Erwachsenen, einer hohen Kriminalitätsrate, häufigem Vandalismus und – nicht zuletzt – einem Trend zu ethnisch bedingter Selbstausgrenzung bzw. (Re)Ethnisierung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Zuwandererfamilien. Im Rahmen dieses Projektes sollen Determinanten und Prozesse beruflicher und sozialer Integration aber auch der Exklusion von Jugendlichen mit Migrationshintergrund analysiert und erklärt werden. Methodisch verknüpft mit dem DJI-Übergangspanel werden Aussiedlerjugendliche und Jugendliche türkischer Herkunft in drei Befragungswellen nach ihrer wahrgenommenen Diskriminierung und Ethnizität sowie ihrer absichtlichen Übernahme bestimmter ethnischer Eigenschaften befragt. Dabei zeigte sich u. a. folgendes: Jugendliche mit Migrationshintergrund ziehen sich nicht verstärkt in die Eigengruppe zurück, eher tendieren Jugendliche der zweiten Generation zu (Re)Ethnisierung. Und diese Gefahr nimmt ab, je besser die Integration dieser Jugendlichen im Übergang von Schule in den weiterführenden Schul-, Qualifizierungs-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gelingt.