Hintergrund

Seit 2010 ist in Deutschland die Zahl der jährlich Zuwandernden kontinuierlich gestiegen und hat im Jahr 2015 mit über zwei Millionen einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Diese jüngste, insbesondere durch Flucht  aus den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens geprägte Zuwanderung wurde vor allem von jungen Menschen getragen. Allein im Jahr 2015 war fast die Hälfte aller Zuwandernden jünger als 25 Jahre; rund 20 Prozent der Zugezogenen waren unter 18 Jahre alt und damit in einem (berufs-)schulpflichtigen Alter. Laut Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) wurden im Schuljahr 2015/2016 nahezu 300.000 neu zugewanderte Kinder und Jugendliche an allgemein- und berufsbildende Schulen aufgenommen. Der größte Anteil mit geschätzt bis zu 250.000 entfiel auf Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund. Damit ist ein erster wichtiger Schritt getan, um die Voraussetzungen für ihre weitere Bildungsbeteiligung und damit für ihre erfolgreiche soziale Integration zu schaffen. 

Fragestellungen

Die bisher vorliegenden Erfahrungen zeigen, dass der Umfang an neu aufgenommenen Schüler/innen an Schulen sehr unterschiedlich ausfällt. Während einige Schulen sehr viele Schüler/innen hinzugewonnen haben, hat ein Teil der Schulen keine neu zugewanderten Kinder und Jugendliche aufgenommen. Unterschiede bestehen im Hinblick auf vorliegende Erfahrungen mit Zuwandernden, vorhandenen zielgruppenbezogenen Unterstützungsangeboten und vor allem auch der Form der ihrer Beschulung. Um Kindern und Jugendlichen, deren Sprachkenntnisse im Deutschen nicht für den Besuch des Regelunterrichtes ausreichen, werden durch zusätzliche Maßnahmen ins Schulsystem integriert. Diese Angebote unterschieden sich zwischen, aber auch innerhalb der Bundesländer nach dem jeweiligen Grad der Integration in den schulischen Alltag. 

Neben dem Erwerb sprachlicher und fachlicher Kompetenzen sowie schulischer Bildungsabschlüsse stehen insbesondere für ältere Schüler/innen auch berufliche Orientierungen und Entscheidungen an. Auch bei diesen Prozessen sollen sie durch die Schule unterstützt werden. Eine wichtige Frage ist, ob und wie eine solche berufsbiografische Neuorientierung angesichts sehr unterschiedlicher und oft auch unsicherer Bleibeperspektiven gelingt. Können zugewanderte Jugendliche "typisch deutsche" Wege im Anschluss an die Schule wie beispielsweise die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung für sich erschließen oder orientieren sie sich an anderen Optionen wie der unmittelbaren Aufnahme einer Erwerbstätigkeit? Eine entscheidende Frage ist auch, ob und welche Optionen für zugewanderte Jugend