Rahmenprojekt: Familiensurvey


Männer tauchen in theoretischen Überlegungen und empirischen Untersuchungen zum Wandel im Partnerschafts- und Fertilitätsverhalten in aller Regel nicht als eigenständige Subjekte auf. Im Analyse- und Erklärungskontext kommt ihnen ein peripherer Status zu, auch wenn der ökonomischen Position des Mannes im Hinblick auf seine Rolle als (Allein)Ernährer einer (potenziellen) Familie in der ökonomischen und soziologischen Theorie hohe Bedeutung zugeschrieben wurde. Zunehmende Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und Instabilitäten in der beruflichen Entwicklung untergraben jedoch die traditionelle Rolle des Mannes als Familienernährer; gleichzeitig gewinnen Wünsche und Erwartungen an partnerschaftliches Verhalten in Beziehungen und eine aktive Ausübung der Vaterrolle an Bedeutung. Mit dem sozialen Wandel zeichnet sich die Notwendigkeit ab, die Lebenswege Männern in ihrer jeweils eigenen Entwicklungsdynamik im Hinblick auf eine Familiengründung zu untersuchen. Folgende drei Aspekte stehen in den Analysen zur Heirat und Vaterschaft im Vordergrund:
- Die zunehmende Destandardisierung der beruflichen Entwicklung erschwert die Ausübung der traditionell dem Mann zugewiesenen Rolle des Familienernährers.
- Der Wandel der Geschlechterrollen, vor allem die Erwartung an eine aktive Vaterschaft und partnerschaftliche Beziehungen, verhindert eine bruchlose Übernahme des traditionellen Familienmodells.
- Die Bedingungen des Aufwachsens in der Herkunftsfamilie (Zusammensetzung, Un-/Beständigkeit) haben sich verändert. Hierdurch bringen Männer als Erwachsene veränderte persönliche Erfahrungen mit emotional engen Beziehungen in ihre eigenen Partnerschaften ein.