In ländlichen, peripher gelegenen Regionen geht der Anteil Jugendlicher und junger Menschen deutlich zurück, wovon diese Altersgruppe in besonderer Weise betroffen ist (Stein 2013). Hieraus ergibt sich der politische Bedarf nach Antworten auf die Frage, wie deren Zugang zu Infrastruktur, Freizeit- und Bildungseinrichtungen aber auch die Berücksichtigung ihrer Belange als Bedingung für Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe langfristig gewährleistet werden kann (Hüther/ Naegele 2013).

Das von der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer geförderte Projekt „Jugend im Blick – Regionale Bewältigung demografischer Entwicklung“ hatte zum Ziel, das Aufwachsen von jungen Menschen unter den Bedingungen des demografischen Wandels in insgesamt acht ausgewählten ländlich geprägten Kreisen Ost- und Westdeutschlands differenziert offenzulegen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden an die Landkreis-, Länder- und Bundesebene adressierte jugendpolitische Empfehlungen für den Umgang mit demografischen Entwicklungen erarbeitet.  

Den methodischen Schwerpunkt der ersten Phase des Forschungsprozesses bildeten Sekundäranalysen bereits vorhandener Daten in Form von Reanalysen der amtlichen Statistik (BBSR 2014) sowie Dokumentenanalysen demografischer Strategien und Konzepte im Jugendbereich (Ackel-Eisnach/Müller 2012). In daran anschließenden Feldphasen wurden die Untersuchungsregionen in standortbezogenen Fallstudien eingehend qualitativ erforscht: Dabei wurden die Erfahrungen von Akteuren im Bereich „Jugend und Demografie“ durch Experteninterviews zusammengetragen und analysiert. Die subjektiven Einstellungen und Bedürfnisse der jungen Generation bildeten den Gegenstand von Gruppendiskussionen mit Jugendlichen. Daraus konnte ein aus sechs verschiedenen Dimensionen bestehender Teilhabeindex Jugendlicher in ländlichen Räumen konzipiert werden, der nun für bundesweit ca. 290 Flächenlandkreise vorliegt (Tillmann 2018).

Projektbegleitend fanden insgesamt fünf Workshops sowie eine Abschlusstagung mit jugendpolitisch Verantwortlichen der Landkreis-, Landes- sowie der Bundesebene statt, bei denen die Forschungsergebnisse rückgespiegelt und diskutiert sowie strategische Handlungsoptionen ausgearbeitet wurden.

Übersicht über die Untersuchungsstandorte

Ackel-Eisnach, Kristina/Müller, Caroline (2012): Perspektiven-, Methoden- und Datentriangulation bei der Evaluation einer kommunalen Bildungslandschaft. In: FQS (Online-Journal), Vol. 13, Nr. 3, Art. 5.

BBSR (2014): INKAR. Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung. Bonn

Hüther, Michael/ Naegele, Gerhard (2013); Demografiepolitik und Demografiestrategie - Was notwendig ist. In: Michael/ Naegele, Gerhard (Hrsg.): Demografiepolitik: Herausforderungen und Handlungsfelder. Springer: Berlin, S. 365-378

Stein, Margit (2013): Jugend in ländlichen Räumen. Die Landjugendstudie 2010. Klinkhardt: Bad Heilbrunn.

Tillmann, Frank (2018): Teilhabechancen von Jugendlichen in ländlichen Räumen – Eine indikatorengestützte Abbildung räumlicher Disparitäten. In: Stein, Margit, Scherak, Lukas (Hrsg.): Kompendium Jugend im ländlichen Raum. Klinkhardt: Bad Heilbrunn, S. 173-185

Kontakt

+49 345 68178-48
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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