LinkedInYouTubeRSS Feed

Das Projekt untersucht, wie die spezifischen gesellschaftlichen, demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ostdeutschlands das Aufwachsen, die Lebenslagen und die Alltagspraxen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen prägen. Ein Ausgangspunkt ist der 17. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, der feststellt, dass Ostdeutschland auch über drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung einen besonderen Erfahrungsraum bildet, der Entwicklungswege junger Menschen nachhaltig beeinflusst.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ost- und Westdeutschland sichtbar zu machen und vertiefend zu analysieren, wie sich die besonderen Bedingungen des Aufwachsens in Ostdeutschland auf Lebenslagen, Alltagspraxen sowie Wahrnehmungen und Einstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener auswirken. Untersucht werden unter anderem Bildungs- und Erwerbsverläufe, Freizeit und soziale Beziehungen, Engagement, politische Einstellungen, Lebenszufriedenheit, Unsicherheitserleben, Zukunftsaussichten sowie Einschätzungen zur regionalen Entwicklung und zur eigenen Identität.

Konzeptionell verbindet das Projekt eine vergleichende Ost-West-Perspektive mit einem lebenslagen- und subjektorientierten Zugang. Es zielt darauf ab, sowohl aktuelle Erfahrungen junger Menschen als auch zeitliche Entwicklungen sichtbar zu machen und so eine belastbare empirische Grundlage für fachliche Debatten sowie für jugend- und strukturpolitische Maßnahmen zu schaffen. Es soll so zu einem vertieften Verständnis der Lebensrealitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ostdeutschland beitragen und eine differenzierte, empirisch fundierte Auseinandersetzung mit regionalen Ungleichheiten und Entwicklungsperspektiven unterstützen.

Methodisches Vorgehen

Für die Durchführung des Projekts sind zwei Module vorgesehen. Im ersten Modul werden Sekundäranalysen bestehender quantitativer Erhebungen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt. Dafür werden vor allem die Daten des DJI-Surveys “Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten” (AID:A) verwendet sowie ergänzend Datensätze ausgewählt, die zusätzliche Erkenntnisse zu den Forschungsfragen liefern. Die Auswertungen erfolgen deskriptiv und inferenziell, teils auch längsschnittlich beziehungsweise im Zeitvergleich, um Entwicklungen sichtbar zu machen. Für das zweite Modul wird vom Arbeitsstab der Ostbeauftragten eine standardisierte Online-Befragung von 2.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 29 Jahren, je zur Hälfte aus Ost- und Westdeutschland, in Auftrag gegeben. Die Daten werden durch ein Befragungsinstitut erhoben und aufbereitet und anschließend am DJI mit deskriptiven und inferenziellen statistischen Verfahren ausgewertet.