Eine zentrale familienpolitische Herausforderung liegt in der Unterstützung von Familien in prekären Lebenslagen. Schon 2010 hat sich die Stadt Nürnberg mit dem 2010 gestarteten Modellprojekt „Perspektiven für Familien: Beschäftigung und Jugendhilfe im Tandem“ auf den Weg gemacht, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Familien und ihre Kinder besser dabei zu unterstützen, ihre Arbeitsmarktnähe zu steigern und ihren Alltag zu bewältigen. Diese Zielgruppe ist in der Regel mit vielfältigen Vermittlungshemmnissen, geringer beruflicher Qualifikation, schlechten Sprachkenntnissen und schwierigen Lebensbedingungen konfrontiert. Aus diesem Grund zielte das vom DJI evaluierte Modellprojekt darauf ab, die Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration einer oder beider Elternteile zu stärken, die Familien als System zu stabilisieren und zugleich eine verbesserte Zusammenarbeit der Rechtskreise des SGB II und des SGB VIII zu erproben. In der seit 2013 laufenden zweiten Projektphase werden die Regelstrukturen der Rechtskreise SGB II und SGB VIII nun durch die personelle Zusammenarbeit des Allgemeinen Sozialdienstes und des Jobcenters in Tandem-Teams sowohl inhaltlich als auch räumlich eng miteinander verbunden und arbeiten dezentral an verschiedenen Jobcenter-Standorten in Nürnberg zusammen. Es ist beabsichtigt, den integrativen Ansatz nach Ende der Projektlaufzeit in die Regelstrukturen des SGB II (Jobcenter) und SGB VIII (Allgemeiner Sozialdienst des Jugendamts) zu überführen.

Im Mittelpunkt der Evaluation dieser zweiten Projektphase stehen zum einen Maßnahmen der Beschäftigungsförderung und Qualifizierung und deren Wirkung auf die berufliche Eingliederung der Projektteilnehmer/-innen, zum anderen die Förderung der Kinder und Jugendlichen, deren Familien am Modellprojekt teilnehmen. Von besonderem Interesse sind hierbei die Bedarfe der Familien zur Stabilisierung des Familienalltags, das subjektive Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen sowie Freizeitgestaltung, Teilhabe- und Bildungschancen. Außerdem wird die Arbeit der Tandem-Teams in den Blick genommen und untersucht, wie die Zusammenarbeit genau erfolgt, welche strukturellen Veränderungen sich für die Fachkräfte durch die räumliche Zusammenarbeit an den Jobcenter-Standorten ergeben, inwiefern sich Arbeitsbedingungen verändert haben, wie vernetzt die Teams an den Jobcenter-Standorten sind und welche Weiterentwicklungsbedarfe die Teams selbst sehen, um die Rechtskreise von SGB II und SGB VIII zugunsten von Familien in prekären Lebenslagen besser zu verknüpfen.

Kontakt

+49 89 62306-176 od. 153
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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