Im Rahmen der Auswertungen von AID:A bearbeitet das Kompetenzteam schwerpunktmäßig Fragen, die sich auf Lebensphasen übergreifende Aspekte beziehen und damit – zumindest potenziell – alle Zielpersonen betreffen. Dabei werden Themenbereiche in den Blick genommen, die über die Altersbereiche der anderen Kompetenzteams hinweg analysiert werden können, wie Indikatoren zu Lebenslagen und Lebensformen oder zur Inanspruchnahme sozialstaatlicher Leistungen. Das Kompetenzteam nimmt Bezug auf einen erweiterten Lebenslagenbegriff (Neurath 1931), wie er auch im Rahmen des Konzepts der Lebensqualität (Nussbaum/Sen 1993) genutzt wird.

In diesem Zusammenhang werden entweder Indikatoren analysiert, die über mehrere Altersgruppen hinweg identisch erhoben worden sind, oder inhaltlich vergleichbare Variablen (bspw. zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe) altersspezifisch ausgewertet und auf der Ebene der Ergebnisse verglichen.

Die Arbeitsschwerpunkte des Kompetenzteams liegen in der derzeitigen Auswertungsphase auf folgenden Themen:

In der AID:A-Studie werden neben Querschnitten auch Lebensverlaufsdaten erhoben, über die die unterschiedlichen Statuspassagen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter in den Blick genommen und modelliert werden können (vgl. Blossfeld et al. 2005). Damit können auch Bedingungen und Prozesse des Aufwachsens und insbesondere Prozesse der Verselbständigung empirisch in den Blick genommen werden.

Im Kontext der Untersuchung von sozialer Ungleichheit und prekären Lebenslagen steht im Fokus, in welchem Ausmaß und über welche Mechanismen sich (insbesondere prekäre) Lebenslagen im Generationenverlauf reproduzieren.

Hierbei steht die Frage im Vordergrund, unter welchen Bedingungen und mit welcher Vorgeschichte es jungen Menschen gelingt, Übergänge von der Jugend ins Erwachsenenalter erfolgreich zu gestalten. In diesem Kontext werden die unterschiedlichen Dimension sozialer Ungleichheit wie bspw. Bildungsressourcen des Elternhauses, soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Geschlecht und Region differenziert in den Blick genommen.

Bei den Analysen zur Inanspruchnahme öffentlich finanzierter Leistungen stehen Nutzung und Passgenauigkeit nicht-monetärer Leistungen im Vordergrund. Ziel ist die Fortschreibung der Sozialberichterstattung darüber, inwieweit die Inanspruchnahme dieser Leistungen nach sozio-ökonomischen Gruppen selektiv erfolgt. Insbesondere bezüglich der Unterstützungsleistungen in kritischen Lebenslagen (wie z.B. Beratungsstellen, Psychotherapie oder Familienhilfe) sollen hierbei neben klassischen Lebenslagen-Indikatoren wie Bildung, Einkommen und Migrationshintergrund auch die Betroffenheit von ökonomischen und familiären Problemlagen sowie von kritischen Lebensereignisse berücksichtigt werden.

Weiterhin soll  exemplarisch analysiert werden, welche Relevanz sozialstaatlich finanzierte Beratungsangebote bei der Bearbeitung von Mobbingerfahrungen haben, wie sie mit anderen informellen und institutionellen Unterstützungsangeboten kombiniert werden und wie hilfreich die jeweiligen Hilfekonstellationen von den Betroffenen bewertet werden.

In Kooperation mit der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Sozialstrukturanalyse an der Georg-August-Universität Göttingen (Prof. Dr. Karin Kurz) werden die Effekte beruflicher Situationen auf den Familienalltag untersucht, insbesondere die Auswirkungen unterschiedlicher beruflicher Zeitregimes. Dabei soll untersucht werden, wie sich die Einschätzung von Konflikten zwischen Beruf und Familie zwischen Gruppen von Familien mit unterschiedlichen Konstellationen berufsspezifischer Zeitregimes unterscheiden.

Neben den inhaltlichen Auswertungen liegt ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt zum einen in der Koordination der Aufbereitung, Prüfung und explorativen Analyse von übergreifend genutzten Indikatoren zur Beschreibung von Lebenslagen und Lebensformen. Mit der Bereitstellung entsprechender altersübergreifender Indikatoren liefert das Kompetenzteam eine Grundlage, auf die die inhaltlichen Untersuchungen der Kompetenzteams Kinder, Jugend und Familie aufbauen können. Weiterhin beteiligt sich das Kompetenzteam in enger Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“ an der Aufbereitung der retrospektiven Verlaufsdaten.

Blossfeld, Hans-Peter/Klijzing, Erik/Mills, Melinda/Kurz, Karin (Hrsg.) (2005): Globalization, Uncertainty and Youth in Society: The Losers in a Globalizing World. London/ New York

Neurath, Otto (1931): Empirische Soziologie. Wien

Nussbaum, Martha/Sen, Amartya (Hrsg.) (1993): The Quality of Life. Oxford

 

Kontakt

+49 89 62306-333
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Gefördert / finanziert durch

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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