Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojektes LuPE ist die Erarbeitung, Erprobung und Evaluation eines Qualifizierungskonzepts sowie entsprechender Unterrichtsmaterialien für angehende Erzieherinnen und Erzieher an der Fachschule, um eine alltagsintegrierte MINT-Bildung in Kindertageseinrichtungen vorzubereiten.

Die Qualifizierung der angehenden Erzieherinnen und Erzieher für eine alltagsintegrierte Bildung im MINT-Bereich erfolgt gemäß dem neuen, länderübergreifenden Lehrplan für Fachschulen im Lernfeld 4 „Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten“. Das kompetenzorientierte Konzept von LuPE legt dabei einen Schwerpunkt auf die Verzahnung von Theorie und Praxis an den beiden Lernorten Fachschule (bzw. Fachakademie) und Kindertageseinrichtung.

Die Lebenswelt der Kinder als Ansatzpunkt

Kinder erkunden eigenaktiv mit all ihren Sinnen die Welt. Sie entwickeln aus ihrer Lebenswelt, aus alltäglichen Sinnbezügen heraus Interessen und Fragen und setzen sich dabei mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt auseinander. Hierbei wird deutlich, dass bereits junge Kinder Neugier, Begeisterung und ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Phänomene zeigen, ohne dass diese getrennt voneinander betrachtet und in Einzeldisziplinen sortiert werden.

Die Lehr- und Praxismaterialien werden theoriebasiert und in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis entwickelt. Wesentliche Inhalte des Qualifizierungskonzeptes für die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sind der Erwerb einer Analyse- und Reflexionskompetenz für pädagogisches Handeln sowie die Entwicklung einer professionellen und reflexiv-forschenden Haltung, die durch die intensive Auseinandersetzung mit konkreten Situationen des pädagogischen Alltags im Rahmen von verschiedenen Modulen erworben werden sollen.

Die Erprobung der Materialien erfolgt in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Fachschulen in verschiedenen Bundesländern und über ein ganzes Schuljahr hinweg. Diese Erprobungsphase wird prozessbegleitend evaluiert. Dabei wird vor allem nach Unterrichtsänderungsprozessen durch LuPE, nach Bedingungen einer erfolgreichen fachübergreifenden Kooperation zwischen Fachschullehrkräften sowie nach der Ausbildung einer Analysekompetenz bei den Fachschülerinnen und Fachschülern gefragt.

Für die Dissemination wird eine vorbereitende Länderanalyse der Fachschullandschaft in den einzelnen Bundesländern durchgeführt.

In einer ersten Phase wurde ein solches Qualifizierungskonzept bereits für den Bereich der frühen naturwissenschaftlichen Bildung entwickelt, implementiert und evaluiert.

Publikation

In Kooperation mit Lehrkräften aus Fachschulen, Berufskollegs und Fachakademien ist dabei Unterrichtsmaterial nach dem LuPE-Konzept für eine alltagsintegrierte naturwissenschaftliche Bildung entstanden. Dieses wird Mitte 2018 als Handreichung veröffentlicht und neben grundlegenden Texten verschiedene Arbeitsmaterialien und einen digitalen Datenträger enthalten.

Dissemination

Das LuPE-Konzept wird bis Ende des Schuljahres 2018/19 im Unterricht aller interessierten Fachschulen für Sozialpädagogik bzw. Fachakademien der bisher beteiligten Länder (Bayern, Thüringen, Nordrhein-Westfalen) und in weiteren Bundesländern eingesetzt. Auf Grundlage des 2018 erscheinenden Handbuchs und des Qualifizierungsmaterials werden die beteiligten Fachschulen zu Konsultationsstandorten ausgebaut und die beteiligten Fachschulehrkräfte sowie Fachmitarbeiterinnen und Fachmitarbeiter zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergebildet.

Nach dem erfolgreichen Abschluss von LuPE-I schließt sich vom 01.10.2017 bis 31.03.2019 LuPE-II-A an.

Ziele dieses Anschlussprojektes sind die Fertigstellung der LuPE-Publikation, die Dissemination des LuPE-Konzeptes zur alltagsintegrierten naturwissenschaftlichen Bildung, die Fortsetzung der Evaluation und die Erweiteurng des Unterrichtskonzeptes um die frühe mathematische Bildung. Gleichzeitig soll die Medienkompetenz der Fachschülerinnen und Fachschüler insbesonder mit Blick auf Viedografie weiterentwickelt werden.

Förderung mathematischer Bildung und Medienkompetenz

Um den mathematischen Bezug von Fragen und Themen der Kinder im pädagogischen Alltag systematisch zu erkennen und aufzugreifen, müssen pädagogische Fachkräfte sensibel sein für mathematische Fragestellungen und über entsprechende professionelle Handlungskompetenzen verfügen. So kann eine Begleitung und Förderung des Kindes im mathematischen Bereich ermöglicht werden. Es rückt daher die Frage nach der didaktischen Gestaltung einer alltagsintegrierten und an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder orientierten frühen mathematischen Bildung in den Fokus. LuPE setzt dabei bereits in der Ausbildung angehender pädagogischer Fachkräfte an.

Auf Ebene der Fachschülerinnen und Fachschüler wird in LuPE-II-A zudem eine Konzeption zu deren Medienkompetenz entwickelt. Nachdem in LuPE-I das Thema Videografie mit den Teilaspekten Technik, Software und Datenschutz bereits erprobt und geübt wurde, wird der Umgang mit diesem Medium hier weitergeführt und erweitert. Durch das Arbeiten mit Videografie wird den angehenden pädagogischen Fachkräften der reflektierte Einsatz digitaler Werkzeuge im Arbeitsfeld des Kindergartens ermöglicht.

Geplant ist ein Anschlussprojekt, in dem das entwickelte Material zur alltagsintegrierten mathematischen Bildung im Fachschulunterricht implementiert wird, eine zweite LuPE-Handreichung entstehen kann und die Ergebnisse der formativen Evaluation publiziert werden.

Weitere Informationen können Sie auch der Homepage der Deutschen Telekom Stiftung entnehmen: https://www.telekom-stiftung.de/de/lupe. Dort ist unter anderem ein Interview mit zwei Fachlehrkräften aus Nordrhein-Westfalen zum LuPE-Projekt zu finden (siehe https://www.telekom-stiftung.de/de/presse/news/762).

Kontakt

+49 89 62306-294
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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