Wie Paare Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit aufteilen, hängt nicht allein von den Rahmenbedingungen ab, die Politik und Arbeitgeber vorgeben, sondern wird auch durch Geschlechternormen mitbestimmt. Doch wie werden diese Geschlechterrollenvorstellungen herausgebildet? Internationale Studien weisen darauf hin, dass dabei die genderspezifische Sozialisation während der Kindheit und Jugend eine große Rolle spielt.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt „Entwicklung von Familienbildern - AID:A-Panel III“, welchen Einfluss die Rolleneinstellungen und Arbeitsteilungsmuster der Eltern auf die Vorstellungen ihrer Kinder zu Partnerschaft, Elternschaft und familialer Arbeitsteilung haben. Es wird davon ausgegangen, dass ein solcher Zusammenhang insbesondere bei jungen Erwachsenen gut nachzuweisen ist, da sich deren Leitbilder zu Partnerschaft und Familie noch eher an den Erfahrungen in ihrer Kindheit orientieren als beispielweise jene von Frauen und Männern, die sich bereits in der „Rush-Hour des Lebens“ befinden. Bei Letzteren dürften vor allem berufliche, finanzielle und  partnerschaftliche Rahmenbedingungen für das Aufteilungsarrangement bedeutend  sein.

Um den skizzierten Zusammenhang zu untersuchen, werden Daten der ersten (2009) und zweiten Welle (2013/14) des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) ausgewertet. Außerdem wird die im Rahmen des Projekt eigens erhobene dritte Befragungswelle (2018) einbezogen, in der die heute 16-27-Jährigen gezielt nach ihren Vorstellungen zu Geschlechter- und Elternrollen sowie zur angestrebten Arbeitsteilung in ihrer (künftigen) Partnerschaft bzw. Familie befragt wurden. Das Multi-Actor-Design, bei dem  verschiedene Familienmitglieder befragt wurden, und der lange Erhebungszeitraum von fast zehn Jahren ermöglichen es, Aspekte der Transmission von Geschlechterrollen im Längsschnitt zu erheben und zu analysieren.

Hängen die Vorstellungen junger Erwachsener zur Aufteilung der Erwerbsarbeit damit zusammen, wie ihre Eltern diese aufgeteilt haben? Sind diese Zusammenhänge durch die eigenen Gender- und Paarkonzepte der Kinder vermittelt?

Inwieweit hängen Vorstellungen junger Erwachsener zur Aufteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung damit zusammen, wie ihre Eltern diese aufgeteilt haben? Sind eher die Einstellungen der Eltern oder deren Verhalten relevant? Welchen Einfluss hat die eigene Beteiligung an der Hausarbeit? Welche Rolle spielen Geschwister?

Welchen Einfluss hat die Beziehung zur Mutter bzw. zum Vater auf die Vorstellungen junger Erwachsener zur Betreuungs- und Erziehungsrolle ?

Kontakt

+49 89 62306-317
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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