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Eine gesunde Entwicklung und eine anregende Bildungs­umgebung in den frühen Lebensjahren eines Kindes legen den Grundstein für gesellschaftliche Teilhabe. Gerade in dieser Phase sind förderliche Bedingungen in der Familie entscheidend. Für Familien mit jungen Kindern gibt es vielfältige institutionelle Unterstützungsangebote. Die Frühen Hilfen und die Kindertagesbetreuung, insbesondere Kindertageseinrichtungen (hier im Fokus), sind zentrale Pfeiler dieses Unterstützungs­systems. Doch die Angebote werden gerade von psychosozial belasteten Familien, die von Unterstützung am stärksten profitieren würden, im Vergleich weniger in Anspruch genommen. Im Zusammenhang mit diesem „Präventionsdilemma“ (Sahrai/Bittlingmayer 2024) wird diskutiert, wie Frühe Hilfen und Kitas zusammenarbeiten können, um belastete Familien besser zu erreichen und zielgerichtet unterstützen zu können. Vorangegangene Arbeiten im NZFH zeigen diesbezügliche Potenziale institutionalisierter Kooperationsformen auf (u.a. Maywald 2019). Zudem sind Akteure der Frühen Bildung in den Netzwerken Frühe Hilfen inzwischen etablierte und geschätzte Partner (Obergrießer/Küster 2025).

Jedoch fehlt es an systematischem Wissen über die Kooperation zwischen Akteuren der Frühen Hilfen und Kindertages­einrichtungen. Auch sind Good-Practice-Ansätze und ihre Gelingensbedingungen noch zu wenig bekannt. Ziel des Projekts ist es, die Schnittstelle von Kita und Frühen Hilfen systematisch auszuleuchten und Impulse zu ihrer zukünftigen Qualitätsentwicklung zu geben.

Das Projekt „Gelingende Kooperation zwischen Kitas und Frühen Hilfen“ ist Teil der Fachgruppe 4 „Frühe Hilfen" der Abteilung „Familie und Familienpolitik" im Deutschen Jugendinstitut (DJI). Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH), getragen vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), durchgeführt und aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

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Das Projekt ist als Impuls zur weiteren Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen im NZFH konzipiert. Ausgehend von der Notwendigkeit einer besseren Erreichbarkeit von Familien und einer bedarfsgerechten Unterstützung von Eltern und ihren Kleinkindern wird bundesweit eine systematische Bestandsaufnahme durchgeführt. Ziel ist die Ableitung von Gelingensbedingungen für die Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Versorgung von psychosozial belasteten Familien. 

Die Ergebnisse bilden die empirische Grundlage für die Konzeptionierung einer zukünftigen modellhaften Weiterentwicklung von Kooperationsmöglichkeiten.   

Für die Recherche nach Good-Practice-Ansätzen werden folgende Wege verfolgt: 

  • Online-Recherche
  • Abfrage bei Landeskoordinierungsstellen Frühe Hilfen
  • Gezielte Anfragen von Kommunen basierend auf Selbstbeschreibungen aus der NZFH-Kommunalbefragung 2025 zur Kooperation mit Kindertageseinrichtungen
  • Vertiefende leitfadengestützte Telefoninterviews zu ausgewählten Ansätzen, Protokollierung und inhaltsanalytische Auswertung

Im Projektverlauf werden zusammen mit dem NZFH, BIÖG, außerdem zwei Workshops mit Stakeholdern und Fachpraktikerinnen und Fachpraktikern auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene durchgeführt, auf denen unter anderem Zwischenergebnisse vorgestellt und diskutiert werden.

Maywald, Jörg (2019): Kindertageseinrichtungen als Kooperationspartner der Frühen Hilfen. Materialien zu Frühen Hilfen 11. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln [online unter: https://doi.org/10.17623/NZFH:MFH-KitaKo]

Obergrießer, Stefanie/Küster, Ernst-Uwe (2025): Regionale Unterschiede in der Kooperation von Frühen Hilfen mit Familienzentren und Kitas. Faktenblatt zu den NZFH-Kommunalbefragungen. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln [online unter: https://doi.org/10.17623/NZFH:FBKBFZKiTa]

Sahrai, Diana/Bittlingmayer, Uwe H. (2024): Frühe Hilfen für alle? Erreichbarkeit von Eltern in den Frühen Hilfen. Expertise. Materialien zu Frühen Hilfen 18. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln [online unter: https://doi.org/10.17623/NZFH:MFH-FHfAEvEidFH]