Seit 2016 wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit der jährlichen, bundeslandrepräsentativen Studie die Betreuung von Kindern bis zum Grundschulalter in Deutschland untersucht.*

 

* Bis 2017 waren auch Kinder bis zur Sekundarstufe I in die Studie eingeschlossen.

Mit der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) soll die Entwicklung des Ausbaus in der Kindertagesbetreuung bei Kindern in drei relevanten Altersgruppen untersucht werden: Kinder unter drei Jahren (U3-Kinder), Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt (U6-Kinder) sowie Kinder im Grundschulalter. Ein aus Elternsicht bedarfsgerechtes Betreuungsangebot bedeutet, dass Eltern, die einen Bedarf für ihr Kind äußern, erstens einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen können, dieser zweitens den Umfang aufweist, der benötigt wird, und der Platz drittens qualitativ den Erwartungen der Eltern entspricht (Alt u.a. 2018).

  • Betreuungssituation und Betreuungsbedarfe, einschließlich informeller Betreuungsarrangements mit beispielsweise den Großeltern oder Geschwistern
  • Zufriedenheit mit den genutzten Angeboten
  • Erwartungen an die Qualität einer Betreuung sowie die Bewertung deren Umsetzung
  • Gründe der Nichtinanspruchnahme von institutioneller Betreuung
  • Schwierigkeiten mit der Organisation der Betreuung
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Regionale Kontexte und Unterschiede in der Inanspruchnahme von Betreuung

KiBS wird als jährliche, bundeslandrepräsentative Befragung von ca. 33.000 Eltern mit Kindern im Alter von unter 12 Jahren durchgeführt. Auf Basis von Einwohnermeldeamtsstichproben werden pro Bundesland etwa 2.000 Interviews geführt. Das heißt, in jedem Bundesland werden unabhängig von seiner Größe gleich viele Eltern befragt. Dabei wird der jüngste Altersjahrgang, die Kinder im Alter von unter einem Jahr, jährlich neu gezogen, während die älteren Kinder als Panelbefragung weitergeführt werden. Nicht erfüllte Fallzahlen bei den Panelfällen werden durch sog. Auffrischer-Fälle aufgefüllt.

Befragt wird jeweils der hauptsächlich betreuende Elternteil; dies ist in über 90 Prozent der Fälle die Mutter des Kindes. Die Befragungsdauer beträgt bei einem telefonischen Interview (CATI) etwa 20 Minuten pro Person.

Ziel der Studie

Es soll untersucht werden, inwieweit sich die aktuelle Betreuungssituation von Kindern bis zum Grundschulalter seit Beginn der Corona-Pandemie verändert hat. Neben der Abweichung von der „üblichen“ Betreuungssituation sollen auch die erhaltene Unterstützung bei der Organisation der Betreuung sowie die Änderungen im Arbeitsverhalten der Eltern erhoben werden. Über die Feldzeit von Ende März bis Ende Juli 2020 kann der Gesamtverlauf der erhobenen Informationen Auskunft über das Ausmaß der Änderungen über die Zeit und die von den Familien aufzubringende Flexibilität sowie die Stabilisierung der Betreuungssituation in den Folgemonaten geben.

 

Studiendesign

Die im März 2020 erfolgten Schul- und Kitaschließungen sowie die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, haben bei vielen Familien zu massiven Betreuungsproblemen geführt, da ihre üblichen Betreuungsarrangements mit einem Mal weggebrochen sind. Aus diesem Grund wurde die seit Januar im Feld befindliche KiBS-Erhebung um ein kurzes Zusatzmodul zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Betreuung von Kindern bis ins Grundschulalter ergänzt (Start 31. März). Zu diesem Zeitpunkt bereits befragte Eltern wurden im Rahmen einer Nacherhebung ebenfalls zu den aktuellen Änderungen in der Betreuung ihrer Kinder aufgrund von Corona befragt. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2020 vorliegen.

Diese zusätzlichen Daten werden im Rahmen der regulären Veröffentlichung der KiBS-Scientific-Use-Files nach sorgfältiger Aufbereitung und Anonymisierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.

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