Das Projekt „Monitoring Frühe Hilfen" ist Teil der Fachgruppe 4 „Frühe Hilfen" der Abteilung „Familie und Familienpolitik" im Deutschen Jugendinstitut (DJI).

Im Rahmen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) (Renner u.a. 2018) erhebt das DJI regelmäßig Daten zum Aus- und Aufbau der Frühen Hilfen in Deutschland. Im Fokus stehen Analysen zur Verbreitung von formalen Zuständigkeiten für Frühe Hilfen, ihrer Verankerung in kommunaler Planung und Steuerung, zur Verbreitung von Angebots- und Kooperationsformen, von Konzepten und Qualitätsmerkmalen sowie zum Umfang und Profil des eingesetzten Personals. Seit Anfang 2020 wird ein indikatorengestütztes Monitoring zur fortlaufenden Berichterstattung zum Stand der Frühen Hilfen in Deutschland entwickelt und umgesetzt. Basis bilden ein bis Ende 2019 entwickeltes „Logisches Modell Frühe Hilfen“ (allgemein: Haubrich 2009) sowie Daten und Analysen aus den Kommunalbefragungen und amtlichen Statistiken. Aktuell wird die fünfte Erhebungswelle der Kommunalbefragungen vorbereitet und es werden die seit 2013 erhobenen Daten mit Fokus auf regionale Disparitäten vertiefend längsschnittlich ausgewertet. Das Angebot der längerfristigen, aufsuchenden Betreuung und Begleitung von Familien ist ein zentrales Angebot der Frühen Hilfen. Um Leistungen und Versorgungsaspekte dieses Angebots zukünftig einheitlich statistisch erfassen zu können, wird im Rahmen eines Delphi-Verfahrens mit Expertinnen und Experten ein Statistikbogen entwickelt.

Mit dem Monitoring Frühe Hilfen werden Daten zum Policy-Output (Greve 2017) der Bundesstiftung Frühe Hilfen zur Planung und Steuerung auf allen föderalen Ebenen generiert und darüber hinausgehende fachliche und fachpolitische Entwicklungen des Feldes dokumentiert und analysiert.

Aus der in der letzten Förderphase erfolgten Modellierung des sozialpolitischen Programms Frühe Hilfen (Logisches Modell Frühe Hilfen) lassen sich folgende Kernfragen ableiten:

  • Welche Strukturen zur Steuerung, Planung und Qualitätsentwicklung von Frühen Hilfen bestehen in den Kommunen und werden weiter auf- und ausgebaut?
  • Welche Strukturen zur sektoren- und systemübergreifenden Kooperation und Vernetzung im Bereich der Frühen Hilfen bestehen in den Kommunen und werden weiter auf- und ausgebaut?
  • Welche Informationsangebote und welche Strukturen zur bereichs- und sektorenübergreifenden Vermittlung von Familien in Unterstützungs- und Hilfsangebote bestehen in den Kommunen und werden weiter auf- und ausgebaut?
  • Welche Strukturen und Angebote zur Unterstützung und Hilfe für Familien bestehen in den Kommunen und werden weiter auf- und ausgebaut? Wie viele und welche Familien können damit unterstützt werden?

Diese Fragenstellungen werden in zwei Teilprojekten bearbeitet:

Teilprojekt 1 „Fortführung der Kommunalbefragungen“ umfasst die längsschnittlich angelegte Fortführung der Kommunalbefragungen im Rahmen der Dokumentation und Evaluation der Bundesinitiative Frühe Hilfen (2012–2017). Die Ergebnisse sollen in die Berichterstattung des NZFH einfließen, aber auch Ländern und Kommunen für ihre eigenen Prozesse von Planung und Steuerung im Bereich der Frühen Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

Teilprojekt 2 „Fallstatistik zur längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung von Familien in den Frühen Hilfen“ soll dazu beitragen, dass zukünftig die Wissenslücken bezüglich der Versorgung von Familien mit einem zentralen und spezifischen Angebot der Frühen Hilfen geschlossen werden können. Das Teilprojekt umfasst die Entwicklung und Validierung eines Statistikbogens (Prototyp).

Teilprojekt 1 „Fortführung der Kommunalbefragungen“: Die Kommunalbefragungen werden ab 2021 in einem dreijährigen Turnus als Vollerhebung in allen von der Bundesstiftung Frühe Hilfen geförderten Jugendamtsbezirken (ca. 560) in Form einer Onlinebefragung mit Limesurvey durchgeführt. Ein zentraler Auswertungsfokus werden regionale Disparitäten und die Strukturanalyse des ländlichen Raums sein.

Teilprojekt 2 „Fallstatistik zur längerfristigen aufsuchenden Betreuung und Begleitung von Familien in den Frühen Hilfen“: In die Validierung des Prototyps werden Stakeholder sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Fachpraxis eingebunden. Dies erfolgt in Form einer Abstimmung von Vorschlägen und Entwürfen in einer partizipativen Online-Befragung (Delphi-Verfahren). Es sollen Empfehlungen zur Einführung eines konkreten Instrumentes und eines Datenerhebungsverfahrens erarbeitet werden.

Greve, Bent (2017): Handbook of Social Policy Evaluation. Cheltenham

Renner, Ilona/Saint, Victoria/Neumann, Anna/Ukhova, Daria/Horstmann, Sabine/Boettinger, Ullrich/Dreibus, Martina/Kerl-Wienecke, Astrid/Wulff, Pilar/Paul, Mechthild/Thaiss, Heidrun (2018): Improving psychosocial services for vulnerable families with young children: strengthening links between health and social services in Germany. BMJ, 363 doi. https://doi.org/10.1136/bmj.k4786 (29.05.2020)

Haubrich, Karin (2009): Sozialpolitische Innovation ermöglichen. Die Entwicklung der rekonstruktiven Programmtheorie‐Evaluation am Beispiel der Modellförderung in der Kinder‐und Jugendhilfe. Münster

Kontakt

+49 89 62306-361
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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