Das Forschungsprojekt richtete seinen Blick auf die Ausbildungschancen von jungen Frauen und Männern mit Hauptschulabschluss in den Berufsfeldern der Altenpflege und der Erziehung. Ausgangspunkt bildete auf der einen Seite der in beiden Berufsfeldern konstatierte bzw. prognostizierte Fachkräftebedarf (Hackmann 2009, Schilling 2012) sowie auf der anderen Seite der Befund, dass ein großer Teil der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss ohne Ausbildung bleibt bzw. sich erheblichen Hürden beim Zugang zum Ausbildungsmarkt gegenübersieht. Vor diesem Hintergrund bietet eine Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in bzw. zum/zur Kinderpfleger/in an Berufsfachschulen für Altenpflege oder Kinderpflege mit der Zugangsvoraussetzung „Hauptschulabschluss“ eine besondere Perspektive für sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche (Ulrich et al. 2012): Als Zwischenschritt eröffnet sie Jugendlichen mit Hauptschulabschluss den Zugang zur vollqualifizierenden Fachkraftausbildung des/der Altenpfleger/in bzw. des/der Erzieher/in.

Ausgehend von der beschriebenen Problemlage fokussierte das Projekt auf die Fragestellung, wie es gelingen kann, junge Menschen mit Hauptschulabschluss über ihre Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in bzw. zum/zur Kinderpfleger/in für eine Fachkraftausbildung (Altenpfleger/in und Erzieher/in) zu gewinnen. Untersucht wurde, wie diese Zielgruppe unterstützt werden kann, um ihre Ausbildungen als Kinderpfleger/innen und Altenpflegehelfer/innen erfolgreich abzuschließen und sich zur Fachkraft im Bereich Erziehung und Pflege weiter zu qualifizieren. Das Projekt lenkt mit seinen Ergebnissen den Blick von Politik, Praxis und Wissenschaft auf die Ausbildungspotenziale sozial- und bildungsbenachteiligter Jugendlicher und auf deren Bedeutung im Diskurs um einen Fachkräftemangel in den Berufsfeldern Erziehung und Altenpflege.

Mit einer längsschnittlich angelegten, quantitativen Befragung ist für die Verfolgung des Forschungsinteresses ein primärempirischer Zugang zum Untersuchungsgegenstand gewählt worden. Auszubildende der Kinderpflege und Altenpflegehilfe wurden in Bayern und Nordrhein-Westfalen zu drei Erhebungszeitpunkten befragt.

Eine erste Erhebung gegen Ende der Ausbildung legte den Blick auf die Rekonstruktion von Einflussfaktoren auf den Ausbildungsverlauf sowie die Berufs- und Weiterqualifizierungspläne der Auszubildenden der Altenpflegehilfe und der Kinder­pflege. Die zweite Erhebung fand kurz nach Ausbildungsende statt und fokussierte auf den Übergang in die Arbeitswelt bzw. den weiteren Ausbildungsweg der Befragten.

Während die Befragung zum ersten Erhebungszeitpunkt als Vollerhebung an Berufsfachschulen konzipiert und mittels eines schriftlichen Fragebogens durchgeführt wurde, wurden die Auszubildenden zum zweiten Erhebungszeitpunkt direkt kontaktiert und unter Rückgriff auf das Instrument des Online-Fragebogens befragt.

Mit der dritten Erhebungsphase wurden die Absolventen und Absolventinnen der Altenpflegehilfe- und Kinderpflegeausbildung auf den von ihnen eingeschlagenen Berufs- und Ausbildungswegen begleitet und erneut unter Rückgriff auf einen Online-Fragebogen befragt.

Sowohl die erste als auch die zweite Erhebung basierte jeweils auf einem ex­plorativen, qualitativen Forschungsstrang, in dessen Rahmen Experteninterviews mit Lehrkräften und Praxisanleitungen sowie problemzentrierte Interviews mit Auszubildenden in beiden Bildungsgängen geführt wurden. 

Hackmann, T. (2009): Arbeitsmarkt Pflege: Bestimmung der künftigen Altenpflegekräfte unter Berücksichtigung der Berufsverweildauer. Freiburg.

 

Schilling, M. (2012): Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen bis zum Jahr 2020. Expertise zum Gutachten „Professionalisierung in der Frühpädagogik“. Im Auftrag des Aktionsrats Bildung; hrsg. von vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. München.

 

Ulrich, J. G./Krekel, E. M./Flemming, S./Granath, R.-O. (2012): Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2012. Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt gerät ins Stocken. BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September. Bonn.

Kontakt

+49 345 68178-33
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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