Regionaldatenbank
Daten aus der amtlichen Statistik
Die Wirtschaftsleistung der Kreise im Vergleich
Die Ergebnisse der regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen liefern für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Informationen über das Wirtschaftswachstum, die Einkommenssituation, den Konsum und die Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft. Der wohl gebräuchlichste Indikator ist das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen umfasst.
Um zentrale wirtschaftliche Indikatoren für die Länder sowie die kreisfreien Städte und Landkreise zu berechnen, wurde 1954 der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ gegründet. Diesem Arbeitskreis gehören die Statistischen Landesämter der 16 Bundesländer sowie das Statistische Bundesamt und das Bürgeramt, Statistik und Wahlen der Stadt Frankfurt am Main als Vertreter des Deutschen Städtetags an. Die Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden in etwa fünf- bis zehnjährigen Abständen überarbeitet, um neue Konzepte einzuführen, methodische Verbesserungen zu realisieren und neue Datenquellen zu erschließen. So wurden dieses Jahr erstmals Ergebnisse der Revision 2005 mit überarbeiteten Werten ab 1991 veröffentlicht.
Die folgende Tabelle zeigt eine Darstellung der Wirtschaftsleistung je Einwohner für das Jahr 2004. Dabei wurde der Deutschland-Durchschnitt gleich 100 gesetzt.
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Nur fünf Bundesländer zeigen einen Wert über dem Durchschnitt. Dabei darf nicht übersehen werden, dass eine regionale Diskrepanz innerhalb eines Bundeslandes gegeben ist. Insgesamt liegen 315 Kreise unter dem Deutschland-Durchschnitt, 124 Kreise darüber.
Der Landkreis München in Bayern ist der wirtschaftlich stärkste Landkreis in Deutschland. Die Wirtschaftsleistung ist in diesem Kreis mit 85371 Euro um mehr als das Dreifache höher als der Durchschnitt in Deutschland mit 26856 Euro. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner hat sich im Landkreis München von 1992 bis 2004 fast verdoppelt. Der wirtschaftlich schwächste Kreis Bayerns ist dagegen vergleichbar mit den Werten der schwächsten Kreise in den meisten Bundesländern.
Die Aussagekraft des BIPs bezüglich Wohlstand und Lebensqualität der Menschen in einer Volkswirtschaft ist ungenau, da folgende Faktoren – Schwarzarbeit bzw. die gesamte Schattenwirtschaft, unbezahlte Arbeit im eigenen Haushalt, das Gefälle zwischen arm und reich, das Vorhandensein von Infrastrukturen in einem Staat sowie der Verbrauch natürlicher Ressourcen und Umweltzerstörung - nicht oder nur näherungsweise mitberechnet werden. Zum Wohlergehen des Einzelnen tragen auch nicht-wirtschaftliche Dimensionen wie Gesundheit, Bildung, eine saubere Umwelt und sichere Straßen bei.
Alles in allem ist das BIP ein unerlässlicher volkswirtschaftlicher Indikator für die Wirtschaftspolitik und die wirtschaftlichen Entscheidungen eines Raumes.