Regionaldatenbank
Daten aus der amtlichen Statistik
Regionaldatenbank - Allgemeines
Der Wunsch nach einer kleinräumigen Sozialberichterstattung ist groß, denn die Sozialpolitik muss ein genaues Bild von den regionalen Problem- und Ursachenstrukturen haben, damit sie Lösungen vermeidet, die gesamtgesellschaftlich richtig sein mögen, die aber regional wirkungslos sind. Hinzu kommt, dass sich verstärkt die Forderung nach einer systematischen und regionalen Berichterstattung der sozialen Lebensverhältnisse von Bevölkerungsgruppen durchsetzt, wie z.B. der Anstieg der Armuts-, Kinder-, Jugend-, Familien- Alten- oder Bildungsberichte zeigt. Nirgends ist es so wie im Durchschnitt. Genauer hinschauen lohnt sich nicht nur, sondern ist für die Gestaltung einer passgenauen Familien- und Sozialpolitik unerlässlich.
Das DJI hat 1986 begonnen, eine Datenbank aufzubauen, in der im Rahmen einer allgemeinen Sozialberichterstattung kinder-, jugend- und familienbezogene Bundes-, Länder- und Kreisdaten und auch viele Kommunaldaten aus den unterschiedlichen Quellen der amtlichen Statistik gesammelt werden. Diese Daten liefern die Beschreibung der objektiven Lebensbedingungen und ergänzen die individuellen Daten aus den sozialwissenschaftlichen Erhebungen.
Dem föderalistischen Staats- und Verwaltungsaufbau entsprechend, teilen sich Bund und Länder die Aufgaben der amtlichen Statistik. Während die methodische und technische Vorbereitung der einzelnen Statistiken sowie die Zusammenstellung und Veröffentlichung der Bundesergebnisse beim Statistischen Bundesamt liegen, sind für die Erhebung und Aufbereitung bis zum Landesergebnis die Statistischen Landesämter zuständig.
Das Schwergewicht der Durchführungsarbeiten liegt somit bei den statistischen Ämtern der Länder, dort werden auch die regionalisierten Daten aufbereitet und bereitgestellt Es gibt jedoch auch Bundesstatistiken, bei denen die Erhebung und Aufbereitung der Daten nicht von den statistischen Ämtern der Länder, sondern vom Statistischen Bundesamt selbst durchgeführt werden. Auch andere Bundesbehörden wie z.B. die Deutsche Bundesbank, die Bundesanstalt für Arbeit, oder das Kraftfahrt-Bundesbank liefern amtliche Daten.
Bei Landesstatistiken, die von mehreren oder allen Ländern durchgeführt werden, z.B. verschiedene Statistiken des Bildungswesens sowie Statistiken des Gesundheitswesens und der Rechtspflege wirkt das Statistische Bundesamt meist koordinierend, weil sowohl Bund als auch die Länder an bundesweit vergleichbaren Ergebnissen interessiert sind.
Mittlerweile ist die Datenbank eine umfangreiche Sammelstelle von kinder-, jugend- und familienbezogenen Zeitreihen sowie regional tief gegliederten Daten geworden. Die Datenbank enthält Daten aus folgenden Sachgebieten:
- Arbeitslosigkeit
- Bevölkerungsentwicklung
- Bevölkerungsstand
- Bildungswesen
- Eheschließungen/Ehescheidungen
- Einkommensdisparitäten
- Elterngeld
- Erwerbstätige und Beschäftigte
- Einkommen/Steuern
- Gesundheitswesen
- Jugendhilfe
- Kindertagespflege und Tagesbetreuung
- Kreisinformationen/Daten zur Struktur eines Kreises
- Kriminalität
- Pflegeleistungen
- Schwerbehinderte
- Sozialhilfe/Grundsicherung
- Verkehr
- Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder
- Wahlen
- Wohnungswesen
Heute ist die Regionaldatenbank im internen Forschungsdatenzentrum am DJI integriert, wobei bisherige Regionaldaten aktualisiert und neue Indikatoren mit aufgenommen werden. Ein neuer Schwerpunkt sind im Sachgebiet Jugendhilfe die Kreisdaten zu den 10 einzelnen Hilfen/Beratungen nach §29 SGB VIII und die Regionaldaten zu den familienorientierten Hilfen/Beratungen. Auch die Ablage von MZ-Daten auf Anpassungsschichtenebene (132 Anpassungsschichten mit 48 Tabellen zu Erwerbstätigkeit, Bevölkerung, Familie bzw. Lebensgemeinschaften, Frauen, Haushalten, Kinder, Männern) wurde ein weiterer Schwerpunkt.
Neben dem Sammeln, Harmonisieren und Ablegen von Regionaldaten gehört die rechnerische und visuelle Aufbereitung zu den Hauptaufgaben der Regionaldatenbank. Die Daten können ohne Schwierigkeiten mit Statistik-, Grafik- oder Tabellenkalkulationsprogrammen weiterverarbeitet werden (siehe Atlas I und Atlas II).
Weitere Beispiele
Die Wirtschaftsleistung der Kreise im Vergleich
Wie reich sind die Kreise Deutschlands?
Städte locken Kriminelle an
Bevölkerungsveränderung auf Kreisebene im Jahr 2005
Demographischer Wandel ist überall
Familienatlas I und II