Die Fachgruppe befasst sich mit Fragen von Forschung und Praxisentwicklung rund um das Handlungsfeld Frühe Hilfen. Dieses wird als sozialstaatliche Reaktion auf familiäre Risikokonstellationen in der frühen Kindheit aufgefasst. Seit 2018 fördert die Bundesstiftung Frühe Hilfen mit Mitteln des Fonds Frühe Hilfen Strukturen und Angebote, die im Rahmen der Bundesinitiative in Bund, Ländern und Kommunen implementiert wurden.

Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprogramms der Fachgruppe ist sowohl die anwendungsbezogene Weiterentwicklung als auch die Förderung der Reflexivität des Handlungsfeldes durch empirische Forschung. Dabei sollen alle relevanten Ebenen des Feldes betrachtet werden: die der Adressatinnen und Adressaten, die des Personals, die der involvierten Institutionen und kommunalen Hilfesysteme sowie die der fachpolitischen Steuerung und Entwicklung auf Bundes- und Landesebene.

Einen eigenen Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt bildet der Projektbereich "Qualitätsentwicklung im Kinderschutz“, der sich mit institutionellen Risiken im Kinderschutz sowie der fachlichen Gestaltung der Schnittstelle zwischen Frühen Hilfen und dem Handeln bei Kindeswohlgefährdung in multiprofessionellen Hilfesystemen befasst.

Träger des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e. V. (DJI). Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die offizielle Website des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen erreichen Sie über den Link www.fruehehilfen.de.

Eickhorst, Andreas/Liel, Christoph (2020): Design und Methoden der Studienfolge „Kinder in Deutschland – KiD 0-3“. Faktenblatt 1 zur Prävalenz- und Versorgungsforschung der Bundesinitiative Frühe Hilfen. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln

Entleitner-Phleps, Christine/Lux, Ulrike/Walper, Sabine (2020): Doing Family in komplexen Familienformen. Herausforderungen in der Alltagsgestaltung und im Coparenting in Stieffamilien. In: Jurczyk, Karin (Hrsg.): Doing und Undoing Family. Konzeptionelle und empirische Entwicklungen. Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S. 214-228

Forslund, Tommie/Granqvist, Pehr/van IJzendoorn, Marinus H./Sagi-Schwartz, Avi/Glaser, Danya/Steele, Miriam/Hammarlund, Mårten/Schuengel, Carlo/Bakermans-Kranenburg, Marian J./Steele, Howard/Shaver, Phillip R./Lux, Ulrike/Simmonds, John/Jacobvitz, Deborah/Groh, Ashley M./Bernard, Kristin/Cyr, Chantal/Hazen, Nancy L./Foster, Sarah/Psouni, Elia/.../Kindler, Heinz/.../Duschinsky, Robbie (2021): Attachment goes to court: child protection and custody issues. Article first published online: 11 January 2021. In: Attachment and Human Development [online unter: https://doi.org/10.1080/14616734.2020.1840762]

Jentsch, Birgit (2020): Balanceakte. Fachliche Dilemmata in den transkulturellen Frühen Hilfen. In: Sozial Extra. 44 Jg., H. 1, S. 35-39 [online unter: https://doi.org/10.1007/s12054-019-00253-7]

Jentsch, Birgit/Schnock, Brigitte (2020): Kinder im Blick? Kindeswohl in Zeiten von Corona. In: Sozial Extra. 44 Jg., H. 5, S. 304-309 [online unter: https://doi.org/10.1007/s12054-020-00315-1]

Jentsch, Birgit/Schnock, Brigitte (2020): Child welfare in the midst of the coronavirus pandemic. Emerging evidence from Germany. In: Child Abuse and Neglect. 110 Jg., Teil 2 [online unter: https://doi.org/10.1016/j.chiabu.2020.104716]

Jentsch, Birgit/Klein, Regina/Paulus, Mareike/Sandner, Eva/Bignami, Filippo (2020): The TOBP Transcultural Competence Profile. NZFH, SUPSI, CUAS

Kindler, Heinz/Gerber, Christine/Lillig, Susanna (2020): Discourses, approaches and strategies on errors and mistakes in child protection in Germany. In: Biesel, Kay/Masson, Judith/Parton, Nigel/Pösö, Tarja (Eds.): Errors and mistakes in child protection. International discourses, approaches, and strategies. Bristol: Policy Press, S. 173-192

Klomann, Verena/Sandner, Eva (2020): Positive Entwicklungsbedingungen fördern. Einführung in den Schwerpunkt „Migrationssensible Frühe Hilfen“. In: Sozial Extra. 44 Jg., H. 1, S. 27-29 [online unter: https://doi.org/10.1007/s12054-019-00251-9]

Liel, Christoph/Koch, Marlene/Eickhorst, Andreas (2021): Arbeit mit Vätern zur Prävention von Kindesmisshandlung. Eine Pilotevaluation des Caring Dads Programms in Deutschland. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. 70 Jg., H. 2, S. 115-133

Liel, Christoph/Ulrich, Susanne Marlene/Lorenz, Simon/Eickhorst, Andreas/Fluke, John/Walper, Sabine (2020): Risk factors for child abuse, neglect and exposure to intimate partner violence. Findings in a cross-sectional sample in Germany. In: Child Abuse and Neglect. 106 Jg. [online unter: https://doi.org/10.1016/j.chiabu.2020.104487]

Lorenz, Simon/Ulrich, Susanne Marlene/Kindler, Heinz/Liel, Christoph (2020): Wie viele Familien in Deutschland sind in welchem Ausmaß psychosozial belastet? Ein Vergleich verschiedener Klassifizierungsverfahren zur Einschätzung des frühen Hilfebedarfs. In: Kindheit und Entwicklung. 29 Jg., H. 3, S. 128-137 [online unter: https://doi.org/10.1026/0942-5403/a000310]

Lux, Ulrike/Löchner, Johanna/Liel, Christoph (2020): Belastungen von Anfang an. In: Frühe Kindheit. 23 Jg., H. 3, S. 6-15

Newbold, Alexandra J./Warren, Fiona C./Taylor, Rod S./Hulme, Claire/Burnett, Sarah/Aas, Benjamin G./Botella, Cristina/Burkhardt, Felix/Ehring, Thomas/Fontaine, Jonny/Frost, Mads/Garcia-Palacios, Azucena/Greimel, Ellen/Hoessle, Christiane/Hovasapian, Arpine/Huyghe, Vei/Löchner, Johanna/Molinari, Guadalupe/Pekrun, Reinhard/Platt, Belinda/Rosenkranz, Tabea/Scherer, Klaus/Schlegel, Katja/Schulte-Körne, Gerd/Suso, Carlos/Voigt, Varinka/Watkins, Edward R. (2020): Promotion of mental health in young adults via mobile phone app: study protocol of the ECoWeB (emotional competence for well-being in Young adults) cohort multiple randomised trials. In: BMC Psychiatry. 20 Jg., Artikelnr. 458

Paulus, Mareike (2020): Kinder mit Fluchterfahrung schützen, fördern und beteiligen. Empfehlungen zur Gestaltung entwicklungsfördernder Lebensbedingungen für Kinder und Familien mit Fluchterfahrung. In: Sozial Extra. 44 Jg., H. 1, S. 40-43 [online unter: https://doi.org/10.1007/s12054-019-00254-6]

Platt, Belinda/Sfärlea, Anca/Buhl Christina/Löchner, Johanna/Neumüller, Jakob/Asperud Thomsen, Laura/Starman-Wöhrle, Kornelija/Salemink, Elske/Schulte-Körne, Gerd (2021): An eye-tracking study of attention biases in children at high familial risk for depression and their parents with depression. In: Child Psychiatry and Human Development

Schnock, Brigitte (2020): Schweigepflichtentbindung kommunizieren. Sprachbarrieren überwinden. Impulse für Fachkräfte. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln

Sfärlea Anca/Takano, Keisuke/Löchner, Johanna/Greimel, Ellen/Salemink Elske/Schulte-Körne, Gerd/Platt, Belinda (2020): Emotion regulation as a mediator in the relationship between cognitive biases and depressive symptoms in depressed, at-risk and healthy children and adolescents. In: Journal of Abnormal Child Psychology

Die Arbeitsschwerpunkte der Fachgruppe F4 "Frühe Hilfen" sind in der Förderphase 2020-2022 in folgenden Projekten organisiert:

Die Arbeitsschwerpunkte der Fachgruppe F4 "Frühe Hilfen" gliederten sich in der Förderphase 2016-2019 in folgende Projektbereiche:

Kindern bessere Chancen für ein gesundes Aufwachsen ermöglichen

Gravierende Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, wachsende Kosten in der Kinder- und Jugendhilfe sowie eine auffällige Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern waren vor zehn Jahren Anlass, den Kinderschutz in Deutschland zu überdenken: vom reaktiven Handeln hin zur Prävention. Familiäre Belastungen sollten künftig frühzeitig erkannt, passgenaue Unterstützungsangebote bereitgestellt und die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe verbessert werden.

Um diese Entwicklungen zu fördern, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007 das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eingerichtet. Es basiert auf der Kooperation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI). Das NZFH unterstützt seitdem die Kooperation der unterschiedlichen Disziplinen, erforscht die Bedürfnisse der Familien und sorgt für Wissenstransfer und Unterstützung der Fachpraxis.

Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am DJI, zog anlässlich der Beiratssitzung des NZFH am 11. Juli 2017 eine positive Bilanz: „Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind die fundierten Erkenntnisse, die wir durch unsere Forschung erhalten haben. Wir wissen inzwischen viel besser, welche Unterstützung die Familien benötigen, wie wir sie erreichen können und wie die Angebote gestaltet sein müssen, damit sie von den Familien angenommen werden.“

Mit Einrichtung der Bundesstiftung Frühe Hilfen ist 2018 eine dauerhafte Grundlage für den präventiven Kinderschutz geschaffen worden. Das NZFH hat auch in der Stiftung einen festen Platz.

Einen Rückblick auf zehn Jahre Arbeit des NZFH finden Sie unter:

www.fruehehilfen.de/10_Jahre_NZFH

Publikationen des NZFH

 

 

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