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Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Partnern – darunter Jugendhilfe, Wirtschaft, Vereine und kulturelle Einrichtungen – spielen eine zentrale Rolle bei der Förderung von Bildungsgerechtigkeit und gelingenden Bildungsbiografien. Besonders im Bereich der Beruflichen Orientierung sind solche Kooperationen entscheidend, um jungen Menschen einen reibungslosen Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Im Rahmen der Allianz für Schule Plus engagiert sich der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. für die Verzahnung von Schule und außerschulischem Lernen zur Förderung von Chancengerechtigkeit, Berufsvorbereitung und Demokratiebildung. Mit dem dort eingebetteten Projekt „Monitoring für Bildung, Orientierung und Sozialraum“ (MoBiOS) erarbeitet das DJI wissenschaftlich fundierte Kriterien zur Analyse und Bewertung von Kooperationen im Handlungsfeld der beruflichen Orientierung.

Trotz der hohen Relevanz werden Kooperationen von Schulen und außerschulischen Lernorten bislang nur punktuell und unsystematisch erfasst. Ein landesweit nutzbares Indikatorenset, welches die Qualität und Reichweite von Kooperationen im Kontext der beruflichen Orientierung sichtbar macht und zugleich die sozialräumlichen Unterschiede berücksichtigt, existiert nicht. MoBiOS verfolgt das Ziel, ein praxisnahes, wissenschaftlich fundiertes Indikatorenset zu entwickeln, dass es den Bundesländern ermöglicht, künftig eigenständig ein landesweites Monitoring schulischer Kooperationen mit außerschulischen Partnern im Feld der Beruflichen Orientierung durchzuführen. 

Das Projekt setzt auf die integrierte Betrachtung von Berufsorientierung, sozialräumlichen Rahmenbedingungen und institutionellen Kooperationen. Durch die Kombination quantitativer und qualitativer Daten entsteht ein Instrument, das sowohl für die Bildungssteuerung auf Landes- und Kommunalebene als auch für die Schulentwicklung nutzbar ist. Der Stadt-Land-Vergleich eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, differenzierte Strategien zu entwickeln, die den jeweiligen regionalen Gegebenheiten entsprechen.

Das Indikatorenset wird so konzipiert, dass es bestehende Monitoringstrukturen aufgreift und weiterentwickelt. Zunächst erfolgt eine umfassende Recherche und Bestandsaufnahme vorhandener Monitoringansätze. Diese Erhebung umfasst sowohl die Analyse inhaltlicher Schwerpunkte und Indikatoren als auch die Auswertung der verwendeten Datenquellen, Aufbereitungsformen und institutionellen Rahmenbedingungen.

Um sicherzustellen, dass das zu entwickelnde Indikatorenset auf die Bedarfe der Länder hin ausgerichtet ist und tatsächlich eine wirksame Unterstützung für deren Arbeit darstellt, sollen drei ausgewählte Länder in den Prozess der Entwicklung einbezogen werden. An den entsprechenden Standorten werden in exemplarisch gewählten Schulen deren Kooperationen mit externen Partnern systematisch erfasst. Anhand qualitativer Interviews sollen u.a. Informationen über die Erfordernisse der Erfassung des Kooperationsgeschehens im Bereich der Beruflichen Orientierung – vor Ort an den Schulen und ihrem Sozialraum – gewonnen werden.

Basierend auf den Fallstudien sowie der Erfassung etablierter Monitoringansätze wird ein Indikatorenset entwickelt, welches quantitative Kennzahlen und qualitative Einschätzungen verbindet. Zur Sicherstellung der Praxistauglichkeit werden die Indikatoren im Rahmen eines Validierungsworkshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Länder, Kommunen, Schulen sowie relevanten zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren diskutiert. Als Ergebnis soll eine praxisorientierte Handreichung für Länder und Kommunen entstehen. 

Driesel-Lange, Katja/Kracke, Bärbel/Hany, Ernst/Kunz, Nicola (2020): Entwicklungsaufgabe Berufswahl. Ein Kompetenzmodell zur Systematisierung berufsorientierender Begleitung. In: Brüggemann, Tim/Rahn, Sylvia (Hrsg.): Berufsorientierung: Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Münster/New York, S. 57 – 72

Hoyer, Tom/Thies, Theresa/Beierle, Sarah (2024): Berufliche Orientierung im Strukturwandel. Ein Blick ins Mitteldeutsche Revier. Studienbericht des Netzwerkbüros Bildung im Strukturwandel in Mitteldeutschland

Ohlemann Svenja (2021): Berufliche Orientierung zwischen Heterogenität und Individualisierung. Beschreibung, Messung und Konsequenzen zur individuellen Förderung in Schule. Wiesbaden

Sittig, Melanie (2023): Förderung von heterogenen Zielgruppen im Übergang Schule – Beruf. Eine empirische Untersuchung von Landesstrategien und regionalen Förderkonzepten der Beruflichen Orientierung