Um aktuelle Entwicklungen in der Kindertagespflege aufzugreifen und zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu Beginn des Jahres 2016 das Bundesprogramm Kindertagespflege aufgelegt. Ziel des Programms ist es, durch die Weiterentwicklung der strukturellen Rahmenbedingungen und die Implementierung des „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuchs Kindertagespflege“ (QHB) die Qualität in der Kindertagespflege weiter zu befördern. Darüber hinaus soll die (Weiter-)Entwicklung der Kindertagespflege als integraler Bestandteil eines lokalen Gesamtsystems Kindertagesbetreuung vorangetrieben werden.

Das Bundesprogramm fördert derzeit 30 Modellstandorte mit ihren regional passfähigen Konzepten der Weiterentwicklung der Kindertagespflege, die aufgrund der Anlage mit verpflichtenden und optionalen Schwerpunkten sehr unterschiedlich ausfallen. Obligatorisch sind die Einrichtung einer Funktionsstelle und die Implementierung des QHB. Optional werden weitere Schwerpunkte gesetzt, wie Möglichkeiten zur Verstetigung der Kindertagespflege im lokalen Netz der Jugendhilfe (Festanstellungsmodelle von Kindertagespflegepersonen), Ausgestaltung durchlässiger Bildungswege für Kindertagespflegepersonen (Aufstiegsqualifizierung, Anerkennungsverfahren für Kindertagespflegepersonen), Professionalisierung der Fachberatung (fachspezifische Fort- und Weiterbildung und Qualitätssicherungsverfahren für die Fachberatung) oder eine Fokussierung inklusiver Ansätze.

Die Wissenschaftliche Begleitung des Bundesprogramms Kindertagespflege verfolgt diese Prozesse in den Modellkommunen und beobachtet, welche Ansätze die Kommunen entwickeln, um die Programmziele zu erreichen. Es wird beleuchtet, welche Entwicklungsziele sich die Modellstandorte setzen, welche Handlungsansätze sie zur Umsetzung wählen und wie diese Umsetzungsprozesse gelingen. Hierzu werden die Akteurs- und Interessenskonstellationen vor Ort und Formen der Kooperation und Governance in den Blick genommen.

Die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung werden einerseits fallorientiert innerhalb der jeweiligen Modellkommunen beschrieben und zu den Zielen des Bundesprogramms in Beziehung gesetzt. Die Erkenntnisse dienen andererseits dazu, wesentliche Stellschrauben auf der Ebene der kommunalen Steuerung zu identifizieren, die zur Integration der Kindertagespflege in das Gesamtsystem Kindertagesbetreuung beitragen. Darüber hinaus ist von Interesse, welche fachpolitischen Bezugspunkte sich für die Kindertagespflege für eine multiperspektivische Qualitätsentwicklung identifizieren lassen.

Konzeption und Methode

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