Die Sprache ist eine wichtige Schlüsselkompetenz. Sie ist eng verknüpft mit der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und legt die Grundlage für eine aktive Teilhabe an unserer Gesellschaft und die Bildungschancen von Kindern. Alle Kinder frühzeitig in ihrer Entwicklung von Sprachkompetenzen zu unterstützen, kann so zu Chancengerechtigkeit beitragen. So ist die Unterstützung und Förderung kindlicher Sprachkompetenzen in den Mittelpunkt des pädagogischen Alltags gerückt. Sprachbildung wird dabei als eine umfassende und systematische Stärkung und Förderung der Sprachentwicklung aller Kinder verstanden, die sich an den individuellen Lebenslagen der Kinder orientiert und den gesamten pädagogischen Alltag durchdringt.

Im Projekt Sprachbildung und -entwicklung im Kita-Alltag (SEIKA-NRW) sollen die in Nordrhein-Westfalen unternommenen Anstrengungen zur Implementierung der alltagsintegrierten Sprachbildung im Elementarbereich evaluiert und die Bedingungen einer wirksamen frühen Sprachbildung erforscht werden. Das Projekt wird als Verbundprojekt vom DJI (Projektleitung: Prof. Dr. Bernhard Kalicki) und von der Ruhr-Universität Bochum (Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Leyendecker) durchgeführt.

Untersucht werden diese Fragestellungen in drei unterschiedlichen Bausteinen.

Baustein 1 (Modul A) beschäftigt sich mit der Frage nach dem „Weg des Geldes“, d. h. der zusätzlichen finanziellen Förderung in Höhe von 45 Mio. Euro jährlich für Einrichtungen mit besonderem Unterstützungsbedarf (plusKITAs) und 25 Mio. Euro jährlich für die zusätzliche Sprachförderung durch das Land Nordrhein-Westfalen für den Elementarbereich. Die Mittel wurden u. a. unter Verwendung sozial-ökonomischer Indikatoren vom Land an die Jugendämter verteilt. Gefragt wird nun: Nach welchen Kriterien werden auf der Jugendamtsebene  Kindertageseinrichtungen ausgewählt, die dieses Geld erhalten? Wie setzen die Einrichtungen dieses Geld ein?

Im Baustein 2 (Modul B) soll der Sprachentwicklungsstand der Kinder im Elementarbereich erfasst werden. Hier ist eine querschnittliche Erhebung für eine große, repräsentative Stichprobe von Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren geplant. Dabei soll auch untersucht werden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen Sprachentwicklungsstand und Dauer des Kita-Besuchs besteht. Zudem soll die Einschätzung der pädagogischen Fachkräfte zum Sprachförderbedarf  der Kinder überprüft werden.

Schlussendlich wird im Baustein 3 (Modul B) eine Längsschnittstudie mit einer repräsentativen Stichprobe, bestehend aus einer Interventionsgruppe (Einrichtungen mit zusätzlichen finanziellen Fördermitteln) und einer Vergleichsgruppe (Einrichtungen ohne zusätzliche finanzielle Fördermittel) durchgeführt. Diese Längsschnittstudie startet im Frühjahr 2016 mit Erhebungen an einer Kohorte zweijähriger Kinder. Ziel dieser Längsschnittstudie ist die Untersuchung des Wirkungszusammenhangs zwischen einer alltagsintegrierten Sprachförderung in der Kita und der Sprachentwicklung der Kinder im Zusammenhang mit den einzelnen finanziellen Förderinstrumenten.

 

Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Studienaufbau und Vorgehensweise von Modul A („Der Weg des Geldes“).

Weiterführende Informationen zu den einzelnen Befragungen von Modul A („Der Weg des Geldes“) finden Sie hier:

Informationen zu Modul B finden Sie hier: www.seika-nrw.de

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Link zur Projektseite der RUB: www.seika-nrw.de
 

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