Jedes Jahr sind etwa 170.000 Kinder und Jugendliche von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Hinzukommen Tausende von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft trennen. Etwa 30.000 Kinder und Jugendliche erleben eine sog. "hoch strittige Elternschaft" im Kontext der Trennung/Scheidung. In diesen Fällen scheitern Versuche der gerichtlichen wie außergerichtlichen Regulierung von Sorgerecht und Umgang regelmäßig und über einen längeren Zeitraum. Das anhaltend hohe Konfliktniveau zwischen den Eltern gilt für die betroffenen Kinder und Jugendlichen – wie einschlägige Forschungsstudien belegen – als riskante Entwicklungsbedingung, die häufig in eine Gefährdung und tatsächliche Beeinträchtigung des Kindeswohls mündet.

Zur Aufarbeitung des Wissensstandes zum Themenbereich "Hoch strittige Elternschaft" wurden vier Expertisen per Werkauftrag vergeben. Zielsetzung der Vergabe der Expertisen war, die Literatur zu Genese, Formen und Folgen von Hochstrittigkeit, sowie zu Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Wirkungen von Interventionen zu sammeln und kritisch zu bewerten. Weiterhin wurden Konzeptionen und bereits vorliegende Erfahrungen von Modellprojekten zur Intervention bei anhaltend hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsprozessen ermittelt und aufbereitet.

  • Stephanie Paul & Peter S. Dietrich: Genese, Formen und Folgen "Hochstrittiger Elternschaft" - Nationaler und internationaler Forschungsstand. Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam
  • Stephanie Paul & Peter S. Dietrich: Wirkungen von Beratungs- und Unterstützungsansätzen bei hochstrittiger Elternschaft – Nationale und internationale Befunde. Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam
  • Lydia Ohlemann: Interventionsmöglichkeiten bei hoch strittiger Elternschaft. Eine Analyse der nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen unter besonderer Berücksichtigung förderlicher Rechtsstrukturen im Ausland. Gutachten des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) e. V. vom 31. Dezember 2006. (Fachliche Leitung: Dr. Thomas Meysen)

  • Jörg Fichtner: Konzeptionen und Erfahrungen zur Intervention bei hoch konflikthaften Trennungs- und Scheidungsprozessen - Exemplarische Praxisprojekte

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