Im Projekt wurde die anhaltende Debatte über die Kinderarmut in den westlichen Wohlfahrtsstaaten unter den folgenden Aspektem untersucht:
1. Was besagen die aktuellen Daten über die Trends und die sozioökonomischen Ursachen der Kinderarmut?
2. Welche Annahmen, Konstrukte, Definitionen und Datenquellen legt die Armutsfoschung ihren Aussagen zugrunde? Welche Vorbehalte ergeben sich daraus? Was bedeutet dies insbesondere für die Kinderarmut?
3. Kinderarmut muß insbesondere unter dem Aspekt des Exlusionsrisikos gesehen werden, das sich zunehmend mit ihr verbindet. Aus dieser Sichtweise folgt einerseits eine theoretische Neukonzeption für die gesellschaftliche Perspektive auf Armut, zum anderen spezifische Anforderungen an die Politik. Eine Politik gegen Kinderarmut bedarf eigener Ansätze und kann nicht als Annex einer Familienpolitik nebenher betrieben werden.


Das Projekt analysiert die gegenwärtige Debatte über die Kinderarmut unter dem Aspekt einer Konzeptualisierung von Armut von Kindern unter den Bedingungen wohlfahrtsstaatlicher Regulierung einerseits, zunehmender Marktintegration von Kindern durch Medien und Konsum andererseits. Dazu wird die umfangreiche Literatur zur sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Armutsmessung aufgearbeitet, da die statistischen Daten die wesentliche Basis der gegenwärtigen Debatte über Kinderarmut darstellen. Weiter wird die aktuelle Literatur ebenso wie die ältere Armutsforschung auf die theoretischen Ansätze zur Armutsbestimmung hin analysiert. Zusätzlich wird die soziologische Kindheitsdebatte theoretisch rekonstruiert, da das Projektthema, die neue Kinderarmut, im Schnittpunkt zweier sozialwissenschaftlicher Perspektiven angesiedelt ist: Der Armutsentwicklung und der Veränderung des gesellschaftlichen Status von Kindern.

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