Auch wenn das Thema in den letzten Jahren aus dem politischen Blickfeld geraten ist, so gibt es nach wie vor eine Gruppe von Jugendlichen, die über einen längeren Zeitraum auf der Straße lebt und dadurch für Bildungseinrichtungen und andere institutionelle Einrichtungen kaum oder gar nicht zu erreichen ist. Häufig kommen die Betroffenen aus schwierigen, meist ressourcenarmen, Elternhäusern oder auch aus Familienzusammenhängen, die durch seelische Kälte geprägt sind. Manche der Jugendlichen haben Erfahrungen in Heimen gemacht und viele haben sich schon frühzeitig der Schule verweigert.  Oftmals bestimmen Suchtkrankheiten, aber auch psychische Problemlagen den Alltag der Betroffenen. Sie leben zumeist in Großstädten (auch wenn sie nicht notwendig aus einem großstädtischen Umfeld stammen), sind  sehr mobil und wechseln zwischen verschiedenen Städten.

Im Rahmen des Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplans werden im Bereich der Jugendsozialarbeit vier Projekte gefördert, die in der Arbeit mit dieser Zielgruppe neue Wege gehen. Diese versuchen, die Betroffenen über modellhafte Ansätze zu erreichen und ihnen Perspektiven jenseits der Straße zu eröffnen, die möglichst dauerhaft tragen. Die Projekte werden vom Deutschen Jugendinstitut  durch eine formative (prozessbegleitende) Evaluation begleitet. Zu drei Zeitpunkten werden die Projektmitarbeiter/innen zu ihren Methoden und Ansätzen, Erfahrungen der Umsetzung sowie der Zusammenarbeit mit anderen Angeboten und Akteuren befragt. Weiterhin wird die Arbeit der Projekte durch teilnehmende Beobachtungen analysiert. Darüber hinaus werden zu zwei Zeitpunkten Gruppendiskussionen mit den Projektteilnehmer/innen geführt. In diesen stehen die Erfahrungen im Projekt sowie die zukünftigen Lebenspläne im Fokus.

Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, wie sich die untersuchten Angebote in bestehende Strukturen vor Ort einfügen und welche Angebotslücken für Straßenjugendliche bestehen. Anhand der Erfahrungen der Projekte sowie der vorhandenen Sozialdaten soll zudem eine Schätzung zum Umfang der betroffenen Kinder und Jugendlichen erfolgen.

Die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung werden in eine Handreichung zur Arbeit mit Straßenkindern und -jugendlichen einfließen.

 

 

 

Kontakt

+49 345 68178-21
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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