Bereits im Jahr 2011 zeigte die Studie "Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen", dass sexuelle Grenzverletzungen in Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen keine Seltenheit sind. In dieser Studie wurden überwiegend Schulleitungen sowie Einrichtungsleitungen anderer pädagogischer Einrichtungen befragt. Im vorliegenden Projekt sollen nun neben Schulleitungen auch Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe  befragt werden. Das Projekt  ist im BMBF-Förderprogramm "Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten" angesiedelt und geht folgenden zentralen Fragestellungen nach:

 

1.      Welche Maßnahmen zur Verhinderung und Aufarbeitung von sexuellen Grenzverletzungen werden in Schulen unternommen?

2.      In welchem Ausmaß wissen Schülerinnen und Schüler über diese Maßnahmen Bescheid und wie schätzen sie diese ein?

3.      Haben Schülerinnen und Schüler, die Grenzverletzungen erlebt haben, diese für sich behalten oder ihren Eltern, Freunden, Mitschülerinnen und Mitschülern oder dem Schulpersonal mitgeteilt?

4.      Was sind Merkmale von Schulen, in denen Schülerinnen und Schüler ihre erlebten Grenzverletzungen besonders häufig ihren Mitschülerinnen und Mitschülern oder dem Schulpersonal mitteilen?

Die Befragung findet in Form einer Fragebogenerhebung im Schuljahr 2015/2016 an weiterführenden Schulen in vier Bundesländern statt und wird durch das SOKO Institut für Sozialforschung und Kommunikation durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler füllen den Fragebogen während einer Schulstunde im Klassenzimmer aus. Während und nach der Befragung werden Fachberaterinnen bzw. Fachberater gegen sexuelle Gewalt in der Schule anwesend sein. Falls Interesse seitens der Schule besteht, führen diese im Anschluss an die Befragung noch eine kurze (1-2 Schulstunden dauernde) Informationsveranstaltung über die Themen der Befragung in den teilnehmenden Klassen durch. Erhoben werden u.a. Angaben der Befragten zu den unternommenen Maßnahmen zur Verhinderung und Aufarbeitung von sexuellen Grenzverletzungen, zur Nutzung und Einschätzung dieser Maßnahmen, zu selbst erfahrenen oder im Bekanntenkreis mitgeteilten Grenzverletzungen sowie zur Bereitschaft diese Grenzverletzungen mitzuteilen und Hilfe zu holen.

Kontakt

+49 89 62306-245
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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