Im Rahmen der Auswertungen von AID:A bearbeitet das Kompetenzteam schwerpunktmäßig Fragen, die sich auf Lebensphasen übergreifende Aspekte beziehen und damit – zumindest potenziell – alle Zielpersonen betreffen. Dabei werden Themenbereiche in den Blick genommen, die über die Altersbereiche der anderen Kompetenzteams hinweg analysiert werden können, wie Indikatoren zu Lebenslagen und Lebensformen oder zur Inanspruchnahme sozialstaatlicher Leistungen. In diesem Zusammenhang werden entweder Indikatoren analysiert, die über mehrere Altersgruppen hinweg identisch erhoben worden sind, oder inhaltlich vergleichbare Variablen (bspw. zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe) altersspezifisch ausgewertet und auf der Ebene der Ergebnisse verglichen.

Die Arbeitsschwerpunkte des Kompetenzteams liegen in der derzeitigen Auswertungsphase auf folgenden Themen:

Im Kontext der Untersuchung von sozialer Ungleichheit und prekären Lebenslagen steht im Fokus, in welchem Ausmaß und über welche Mechanismen sich (insbesondere prekäre) Lebenslagen im Generationenverlauf reproduzieren.

In Kooperation mit dem Kompetenzteam Familie wurden Analysen zum Zusammenhang von Bildungserfolg und Migrationsgeschichte der Herkunftsfamilie unter Berücksichtigung der Eltern- und Großelterngeneration durchgeführt. Auf dieser Basis wurden Vorträge und Publikationen erstellt, die den Migrationshintergrund über drei Generationen differenziert in den Blick nehmen. Hierauf aufbauend sollen Verlaufsanalysen zu zentralen Übergängen im Kindes- und Jugendalter durchgeführt werden, bei denen der Fokus auf die Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund gelegt werden soll. Im Rahmen multivariater Auswertungen sollen darüber hinaus aber auch weitere, bezüglich der Reproduktion sozialer Ungleichheit relevante Faktoren betrachtet werden.

Bei den Analysen zur Inanspruchnahme öffentlich finanzierter Leistungen stehen Nutzung und Passgenauigkeit nicht-monetärer Leistungen im Vordergrund. In diesem Zusammenhang wurden zunächst die Nutzung von Präventions- und Interventionsangeboten (wie z.B. Beratungsstellen, Psychotherapie oder Familienhilfe) bezogen auf Zielpersonen unter 18 Jahren untersucht. Dabei war es möglich, die Inanspruchnahme dieser Angebote durch unterschiedlich belastete Gruppen zu identifizieren und so Aussagen zu treffen, inwieweit diese Leistungen tatsächlich von Personen in Anspruch genommen werden, die höheren Unterstützungsbedarf aufweisen.

Die hierbei gewonnenen Ergebnisse sollen mit Analysen zur Inanspruchnahme von unterschiedlichen Beratungsangeboten im Jugend- und jungen Erwachsenenalter verglichen werden. Darüber hinaus ist geplant, die längerfristigen Effekte der Inanspruchnahme von Jugendzentren auf Persönlichkeitsmerkmale (bspw. Selbstwirksamkeit), Peer-Netzwerke, bürgerschaftliches Engagement und Bildungserfolg mit AID:A-Paneldaten zu untersuchen.

In Kooperation mit der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Sozialstrukturanalyse an der Georg-August-Universität Göttingen (Prof. Dr. Karin Kurz) werden die Effekte beruflicher Situationen auf den Familienalltag untersucht, insbesondere die Auswirkungen unterschiedlicher beruflicher Zeitregimes. Dabei soll untersucht werden, wie sich die Einschätzung von Konflikten zwischen Beruf und Familie zwischen Gruppen von Familien mit unterschiedlichen Konstellationen berufsspezifischer Zeitregimes unterscheiden.

Neben den inhaltlichen Auswertungen liegt ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt zum einen in der Koordination der Aufbereitung, Prüfung und explorativen Analyse von übergreifend genutzten Indikatoren zur Beschreibung von Lebenslagen und Lebensformen. Mit der Bereitstellung entsprechender altersübergreifender Indikatoren liefert das Kompetenzteam eine Grundlage, auf die die inhaltlichen Untersuchungen der Kompetenzteams Kinder, Jugend und Familie aufbauen können.

Zum anderen wird die realisierte Stichprobe hinsichtlich zahlreicher ähnlich erhobener Variablen mit amtlichen Daten und anderen Survey-Datensätzen wie dem Mikrozensus, dem SOEP oder pairfam verglichen, um Besonderheiten und mögliche Verzerrungen des Samples aufzuzeigen.

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