Im Projekt „Evaluation des Ludwigshafener peripartalen Erhebungsbogens (EvalLupE) für Fachkräfte im Feld der Geburtshilfe in Rheinland-Pfalz“ werden Erfahrungen und Einschätzungen mit einem in der stationären Geburtshilfe eingesetzten Screeningbogen erhoben, um den psychosozialen Unterstützungsbedarf von Müttern/ Familien besser einschätzen zu können.  

Der Ludwigshafener peripartale Erhebungsbogen (LupE) wurde im Rahmen des Modellprojekts „Guter Start ins Kinderleben“ von Dr. Barbara Filsinger, Dr. Jochen Gehrmann, Dr. István Bechtold, St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen, Priv.-Doz. Dr. Ute Ziegenhain, Universitätsklinikum Ulm sowie Dr. Heinz Kindler, Deutsches Jugendinstitut e.V. München, entwickelt. Der „Gute Start ins Kinderleben“ war als Modellprojekt zur frühen Förderung elterlicher Erziehungs- und Beziehungskompetenzen in prekären Lebenslagen und Risikosituationen angelegt  und wurde als gemeinsame Initiative in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen durch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm im Zeitraum von 2006 bis 2009 durchgeführt. Grundlegend stützt sich der Anhaltsbogen auf ein standardisiertes Set an empirisch gesicherten Faktoren, die auf einen erhöhten Unterstützungsbedarf  hinweisen. Der Anhaltsbogen wird in Geburtskliniken von Hebammen, Krankenschwestern/-pflegern und Ärzt/innen zur Ermittlung des psychosozialen Unterstützungsbedarfs bei werdenden Müttern eingesetzt. In Rheinland-Pfalz wird der Bogen derzeit in 29 Kliniken angewendet, im Jahr 2015 kommen weitere Kliniken hinzu.

Die Studie ist als Mixed-Method-Design angelegt. Mittels standardisierter Befragungen sowie Fokusgruppen und Expert/inneninterviews wird der Frage nach der praktischen Anwendung und des Einsatzes des LupE-Bogens in den Geburtskliniken, ebenso wie nach der Bewährung des Instruments in der Fachpraxis und den damit verbundenen Regelungen des Einsatzes nachgegangen.

 

Im Zuge eines mehrjährigen Praxiseinsatzes in der Mehrzahl der Geburtskliniken in Rheinland-Pfalz und einer geplanten nochmaligen Ausweitung des Anwendungsbereichs im Bundesland gibt das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz im Jahr 2014 eine Evaluation des Anhaltsbogens in Auftrag.

Aus den empirischen Ergebnissen des Projekts, die in einem Abschlussbericht niedergelegt und veröffentlicht werden, werden sich Empfehlungen für den (zukünftigen) Einsatz  sowie für die praktische Weiterentwicklung des Verfahrens ableiten lassen.


Kontakt

+49 89 62306-307
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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