Gebührenfreie Kitas verstärken ungleiche Belastung von Familien

Trotz Beitragsbefreiung fallen Kosten an
Der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Zuzahlungen sind nur teilweise förderfähig und nicht planbar
Beitragsbefreiung führt zu zusätzlichem Platzbedarf für unter Dreijährige
Trotz der Zusatzkosten kann die Beitragsbefreiung dazu führen, dass sich Eltern mit niedrigem und mittlerem Einkommen eher zur Nutzung frühkindlicher Bildungsangebote entschließen und sich damit die Zugangschancen für ihre Kinder verbessern. Dies betrifft insbesondere die unter Dreijährigen: Denn einerseits ist der finanzielle Anreiz einer Beitragsbefreiung bei der jungen Altersgruppe besonders hoch, da die Elternbeiträge für Krippen in der Regel deutlich höher liegen als für den Kindergarten. Andererseits gibt es hier noch Potenzial, die Bildungsbeteiligung zu steigern: Derzeit wird nur jedes dritte Kind unter drei Jahren in Krippe oder Tagespflege betreut, während unter den Drei- bis Sechsjährigen bereits fast alle einen Kindergarten besuchen.Da sich schon jetzt mehr Eltern für ihre Ein- und Zweijährigen einen Betreuungsplatz wünschen, als Plätze zur Verfügung stehen, ist fraglich, wie die Kommunen den Rechtsanspruch im Falle einer Beitragsbefreiung noch erfüllen können. Aufgrund des Geburtenanstiegs und der Zuwanderung müssen die Plätze für die Kindertagesbetreuung ohnehin massiv ausgebaut und zusätzliches Personal gewonnen werden. Sollte sich der Trend der Beitragsbefreiung fortsetzen, ist es aus Sicht von Meiner-Teubner unrealistisch, dass gleichzeitig die finanziellen Mittel zur notwendigen Verbesserung des Personalschlüssels bereitgestellt werden. Dies wäre jedoch dringend notwendig, denn aktuell betreut beispielsweise eine Fachkraft in Baden-Württemberg drei unter Dreijährige, in Sachsen sechs Kinder in diesem Alter. Ziel müsste ein bundesweit einheitlicher Personalschlüssel sein, der sich an den Förderbedarfen der Kinder orientiert. Kontakt
Dr. Christiane Meiner-Teubner, Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
0231 755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de