Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung
Anhaltender Geburtenanstieg, Zuwanderung und die steigende Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen stellen die Frühe Bildung vor bislang ungeahnte Herausforderungen. Dies beschreibt ein Kapitel des im Juni 2018 erschienenen 7. Nationalen Bildungsberichts, das vom Deutschen Jugendinstitut verfasst wurde – ein Überblick über zentrale Entwicklungen in der Frühen Bildung, Betreuung und Erziehung.Kindertagesbetreuung wird weiter ausgebaut

Immer mehr Kinder besuchen immer früher eine Kita oder Kindertagespflege

Heterogenität in den Einrichtungen nimmt zu
Einerseits sind in Tagespflege und Kitas immer mehr jüngere Kinder, andererseits steigt dort die Anzahl der Kinder mit Migrationshintergrund, die zu Hause meist kein Deutsch sprechen: Ihre Anzahl ist zwischen 2007 und 2017 um 54 Prozent auf 563.000 Kinder gestiegen. Auch kommen vermehrt Kinder in Einrichtungen, die aufgrund einer Behinderung Eingliederungshilfe erhalten.Weiterhin deutliche Länderunterschiede beim Personalschlüssel
Auf die steigende Heterogenität in den Einrichtungen haben Politik und Träger bereits reagiert: Der Personalschlüssel ist besser, wenn mehr Kinder in einer Gruppe sind, die unter drei Jahre alt sind, die zuhause meist kein Deutsch sprechen und wenn Kinder in der Gruppe sind, die aufgrund einer Behinderung Eingliederungshilfe erhalten.In Gruppen für unter Dreijährige ist rechnerisch im Mittel eine pädagogisch Tätige für vier Kinder zuständig. In Gruppen für Drei- bis Sechsjährige kommt eine pädagogisch Tätige auf 8,5 Kinder. Dabei bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen den Bundesländern: In einigen ostdeutschen Ländern sind pädagogisch Tätige rechnerisch für doppelt so viele Kinder zuständig wie ihre Kolleginnen und Kollegen in einigen westdeutschen Ländern.
Zusätzliche Fachkräfte werden dringend gebraucht
