KABU - eine App von Kindern für Kinder

Ein Interview mit dem Medienpädagogen Björn Friedrich

Das Icon der App, (c) Studio im Netz (SIN)

KABU ist eine App, die Inhalte für Kinder im Grundschulalter unterhaltsam und lehrreich aufbereitet. Sie ist kostenlos, werbefrei und wurde vom medienpädagogischen Team der Initiative SIN (Studio im Netz) konzipiert.

Die Beiträge werden von einer Kinderredaktion unter pädagogischer Anleitung erstellt. KABU vermittelt Wissen zum sicheren Umgang mit digitalen Medien, informiert kindgerecht über spannende Themen und hält kurzweilige Rätselspiele bereit.

Benno Klos, Schulpraktikant beim DJI e.V., sprach mit den Entwicklern.

 

 

Wie seid ihr auf die Idee für KABU gekommen und warum ist diese App für Nutzer interessant?

Die Idee war, ein informatives und unterhaltsames Angebot für Kinder in einer zeitgemäßen Form zu schaffen. Wir hatten einen Vorläufer, den „Kinder Newsletter“. Darin haben wir seit 2003 per Email Informationen verschickt und kinderrelevante Themen aufbereitet. Dieses Projekt haben wir jetzt für die heutige Zeit angepasst und in Form einer App neu aufgelegt.

Interesssant dürfte die App durch unser Motto „von Kindern für Kinder” sein. Themen werden von Kindern für andere Kinder ausgewählt, zusammen gestaltet und anschließend aufbereitet. Dadurch glauben wir, dass wir eine ganz interessante Mischung hinbekommen haben.

 

Und das hebt KABU von anderen Kinderapps ab?

Genau. Wir wollen das sehr partizipativ gestalten. Wir haben eine Kinderredaktion, rufen aber auch immer andere Kinder dazu auf, sich einzubringen. Sie können in der App Beiträge oder Ideen einreichen, wir veranstalten Workshops mit verschiedenen Schulen und Horten, bei denen auch Beiträge entstehen, und wir sind immer offen für anregende Ideen von außen.

 

Wie lange hat die Entwicklung von der Idee bis zur fertigen App gedauert?

Die erste Idee, den Newsletter als App aufzubereiten, die Finanzen zu klären, die Partner für Technik und Grafik zu finden, das Ganze als Konzept fertigzustellen und zu entwickeln, hat ca. 1,5 Jahre gedauert. Es kostet schon ganz schön viel Zeit und vor allem auch Energie.

 

Was hat euch die größten Schwierigkeiten bereitet und wie habt ihr diese gelöst?

Zunächst war es vor allem für uns als Pädagogen sehr gewöhnungsbedürftig. Wir haben einfach unsere Ideen ins Blaue gesponnen und mussten dann technisch erst mal abklären, was überhaupt möglich und finanzierbar ist. Das Budget war nicht all zu hoch  und dadurch kann technisch nicht alles umgesetzt werden, was man gerne hätte.

Ansonsten gab es eigentlich keine größeren Schwierigkeiten. Dies ist vor allem auch unseren guten Partnern zu verdanken. Die beiden Entwickler und den Grafiker kannten wir bereits, da haben die Absprachen und die Entwicklung dann gut funktioniert. Da waren wir ganz zufrieden.

 

Das größte Problem ist also das Geld?

Man könnte natürlich wahnsinnig viel Geld reinstecken, das Geld haben wir momentan nicht. Wir versuchen natürlich, die App weiterzuentwickeln. In diesem Jahr wird es auf jeden Fall weitergehen, wir haben eine Anschlussfinanzierung, dann müssen wir ab dem nächsten Jahr sehen, was passiert.

 

Wie viele Personen haben an der App mitgearbeitet?

Schwer zu sagen. Im Kernteam waren wir fünf Personen: zwei Techniker, zwei Pädagogen und ein Grafiker. Aber auch viele medienpädagogische Kolleginnen und Kollegen hier aus dem SIN waren beteiligt an der inhaltlichen Konzeption. Kinder waren natürlich auch immer mit eingebunden, insofern kann man das gar nicht so genau eingrenzen.

 

Viele Beiträge für die App werden von der Kinderredaktion erarbeitet. Wie viele Kinder arbeiten an einem Beitrag und wie werden diese für die App überarbeitet?

Die Kinderredaktion trifft sich wöchentlich in München-Großhadern. © Studio im Netz

Das geschieht meistens in Kleingruppen von drei bis fünf Kindern, die sich einem Thema widmen. Zuerst wird recherchiert, notiert, zusammengefasst und dann das Ganze als Video, Spiel oder Text aufbereitet. Wir sind währenddessen begleitend dabei und haben immer auch das letzte Auge drauf, was beispielsweise Grammatik und Formulierungen an geht. Bevor wir ein Video drehen, wird der Text nochmal gegengelesen, in Form gebracht und meistens übernehmen wir dann auch den Videoschnitt aus Zeitgründen. Wir sind also quasi die Endredaktion.

 

Wie wollt ihr die App noch weiterverbreiten?

Zum einen werden wir natürlich in unserer alltäglichen Arbeit immer wieder darauf hinweisen. Wir werden Workshops usw. durchführen, um KABU weiter zu verbreiten. Wir machen viel Pressearbeit und versuchen, die Presse darauf aufmerksam zu machen. Das hat zum Teil schon funktioniert und zum Teil sind wir noch dran. In diesem Jahr haben wir auch vor, Online-Werbung zu schalten und hoffen auch, dass sich KABU über Mundpropaganda und Empfehlungen verbreitet.

 

Mit den Erfahrungen der ersten App, würdet ihr nochmal eine App konzipieren – und wenn ja, welche?

Prinzipiell schon, diese Arbeit ist sehr spannend. Unser pädagogischer Ansatz drückt sich in dieser App schon sehr gut aus. Wir verfolgen das Ziel, Informationen an Kinder weiterzugeben, beispielsweise über sichere Internet- und  Mediennutzung, aber auch allgemein Kinder zu interessieren und zu informieren – und das klappt mit dieser App schon sehr gut. Besser als so eine informative App kommt natürlich eine Spiele-App an. Insofern wäre ein Spiel, in dem das Thema Medienkompetenz auf eine ganz spielerische Form vermittelt wird, reizvoll, aber auch viel teurer. Müssen wir sehen, ob das mal realisierbar ist.

 

Was soll in Zukunft noch an KABU passieren?

Benno Klos beim Interview mit Björn Friedrich

Wir wollen die interaktiven Elemente weiter ausbauen, damit noch mehr Abwechslung reinbringen und mehr spielerische Elemente einbringen. Außerdem wollen wir KABU noch partizipativer gestalten, das heißt, die Feedbackfunktion und die Möglichkeit, eigene Ideen einbringen zu können, noch besser herausstellen. Allgemein die App noch bunter, lebendiger und interaktiver gestalten als sie derzeit ist. Dafür haben wir dieses Jahr schon einige Ideen und Pläne und werden fleißig weiterarbeiten.

 

Interview von Benno Klos im Rahmen eines Schulpraktikums beim Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI)


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