Die Forschungsschwerpunkte der Fachgruppe J4 „Politische Sozialisation und Demokratieförderung“ werden sowohl mit Blick auf die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe, ihre Angebote, Adressatinnen und Adressaten als auch auf die Lebenslagen und Lebensführung von Jugendlichen bearbeitet. Gegenstand sind Prozesse von politischer Sozialisation und Hinwendungs- sowie Radikalisierungsprozesse im Jugendalter, wobei insbesondere darauf bezogene Strategien, Verfahren und Ansätze der Kinder- und Jugendhilfe sowie anderer gesellschaftlicher Akteure und deren Einflüsse auf und Wechselwirkungen mit politischen Sozialisations- und Bildungsprozessen in den Blick genommen werden.

Die FG J4 besteht gegenwärtig aus zwei bis Dezember 2024 laufenden Projekten: die „Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention“ und die Evaluation des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Diese sind in den Themenfeldern „Förderung demokratischer Kompetenzen junger Menschen“ und „Prävention von demokratiefeindlichen Orientierungen und politischen Hinwendungs- und Radikalisierungsprozessen im Jugendalter“ angesiedelt. Eine weitere Gemeinsamkeit der Projekte ist die spezifische Jugend-(hilfe-)perspektive, unter der diese Themen – in Abgrenzung von sicherheitspolitischen und kriminologischen Perspektiven – verortet und analysiert werden.

Die Forschungsaktivitäten der FG J4 tragen mit sozialräumlichen, subjektorientierten und institutionenbezogenen Schwerpunkten dazu bei, die Befundlage zur Beantwortung entsprechender Forschungsfragen zu verbreitern, in den wissenschaftlichen Diskurs einzuspeisen sowie Politik und pädagogische Fachpraxis anzuregen und zu informieren. Das Interesse richtet sich dabei neben der qualitativen wie quantitativen Erforschung entsprechender Prozesse bei Jugendlichen sowie demokratie- und extremismusbezogener Aspekte ihrer Lebenslagen und Lebensführung auch auf Resonanzen und Wirkungen von Angeboten und Maßnahmen und mögliche Ansatzpunkte für pädagogische Interventionen. Dazu wird beispielsweise die Perspektive von (potenziellen) Adressatinnen und Adressaten erhoben, wobei auch beeinflussende Faktoren (strukturelle Voraussetzungen, Selbstverständnis und Haltungen der Fachkräfte etc.) untersucht werden. Mit der Bearbeitung dieser Themen trägt die Fachgruppe nicht nur zur Weiterentwicklung der Fachpraxis, sondern auch zu einem vertieften Verständnis pädagogischer Prozesse im Kontext politischer Sozialisation bei.

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