Die Fachgruppe 3 "Familienhilfe und Kinderschutz" untersucht die Möglichkeiten, aber auch Grenzen und Bedingungen von Hilfen, um Familien zu stärken und den Schutz von Kindern in Gefährdungslagen zu verbessern. Insbesondere Familien mit kumulierten Belastungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Fachgruppe steht in der Tradition von Projekten, die für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe wichtige Fragestellungen aufgegriffen und dazu Fachwissen und Empfehlungen aufbereitet haben (z.B. Handbuch Sozialpädagogische Familienhilfe 1998; Handbuch Kindeswohlgefährdung 2006, Handbuch Pflegekinderhilfe 2011).

Bei bestehendem Bedarf an Hilfen zur Erziehung treffen Familien in Deutschland auf ein im europäischen Vergleich gut ausgebautes, allerdings teilweise überlastetes System von Angeboten mit rechtlich abgesicherten partizipativen Elementen. Auf der Kehrseite zeigt sich, dass selbst bereits etablierte Hilfeformen in ihrer Wirksamkeit häufig ungesichert sind und Vorschriften zur Beteiligung und dem Schutz Betroffener, vor allem betroffener Kinder, nicht immer greifen. Insbesondere fehlen verlässliche Informationen, inwieweit es tatsächlich gelingt, elterliche Erziehungsfähigkeiten zu stärken und Lebensläufe von Kindern positiv zu beeinflussen. Eine Zuspitzung erfährt diese Problematik bei Gefährdungen des Kindeswohls, da hier Grundrechte berührt sind und erhöhte Anforderungen an das Vorgehen öffentlicher Akteure gestellt werden müssen.

Interessenschwerpunkte der Fachgruppe sind also:

• Die Generierung und Aufbereitung von Befundlagen zu Wirkungen von Hilfen und Schutzmaßnahmen, zu Faktoren mit Bedeutung für die Hilfeplanung und zu Vorgehensweisen, die Beteiligungsrechte sichern und stärken.

• Die Forschung zu transgenerationalen Perspektiven, also Einflüssen von multiplen Problemlagen und Handeln der Jugendhilfe auf die Lebenswege von jungen Menschen, insbesondere auf Fähigkeiten und Vorstellungen, die dann wieder in Familiengründungen eingebracht werden.

• Die Durchführung von Projekten zu besonderen Familienkonstellationen, die in Reaktion auf Problemlagen oder als Form von Hilfe entstehen (z.B. Pflege- und Adoptivfamilien) mit ihrem jeweiligen Bedarf und Selbstverständnis.

• Vertiefung des Forschungsstandes in Bezug auf gelingenden Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt in Institutionen, gestützt auf die langjährige Begleitung der Fachdiskurse zu sexuellem Kindesmissbrauch durch das IzKK - Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung sowie das Projekt „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen“.

 

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