Die Abteilung forscht zu den Lebenslagen und Lebensführungen von Familien sowie zu familienbezogenen Politiken. Auf der Basis wissenschaftlicher Ergebnisse begleitet und berät sie Praxis und Politik und leistet sie Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs in Medien, Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.
Projekte der Abteilung untersuchen unter anderem folgende Fragen: Wie entwickeln und verändern sich Familien? Wie leben und gestalten die Familienmitglieder den Alltag und wie entsteht Gemeinsamkeit? Welche Rolle spielen dabei veränderte Geschlechter- und Generationenverhältnisse? Wie sehen bedarfsgerechte familienbezogene Unterstützungs- und Hilfesysteme aus, damit Familien die an sie gestellten gesellschaftliche Erwartungen erfüllen können? Welche Qualifikations- und Fortbildungsbedarfe haben Fachkräfte, um Familien dabei möglichst gut unterstützen zu können? Wie lassen sich soziale Gradienten in Kenntnisstand und Zugang von Familien zu Unterstützung abbauen? Was leisten Hilfesysteme insbesondere für Familien in belastenden Lebenslagen? Was geschieht, wenn Familien staatliches Eingreifen aufgrund von Gefährdung erleben?
Die Abteilung verfolgt mir ihrer Forschung vier Perspektiven auf Familie:
- Familie als soziales System, dessen Mitglieder miteinander interagieren und deren persönliche Beziehungen zueinander sich im Familienverlauf immer wieder ändern und unterschiedliche Qualität haben können (Beziehungs-, Bindungs- und Fürsorgeperspektive);
- Familie als Ort der Verschränkung individueller Lebensführungen und Selbstvergewisserungspraktiken, aber auch als Ort distanzierender, auflösender oder beschädigender Praxen (praxeologische Perspektive);
- Familie als Lebenszusammenhang und Lernwelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die Elternkompetenzen voraussetzen und lebensführungsrelevante Kompetenzen erzeugen, Persönlichkeit ausbilden sowie Bildungs-, Teilhabe- und Lebenschancen eröffnen (Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationsperspektive) und
- Familie als Versorgungs-, Versicherungs- und Produktionsgemeinschaft, die für die Gesellschaft wichtige Leistungen erbringt und deren Handeln und Wohlergehen von ihren sozial-normativen und politisch-rechtlichen Kontexten geprägt wird (ökonomische Perspektive).
Analog zur ihrer wissenschaftlichen Interdisziplinarität greift die Abteilung auf ein breites Portfolio theoretischer Fundierungen zurück, die – je nach Perspektive – die Entwicklung von Forschungsfragen und methodischen Forschungsdesigns anleiten. Dies wird ergänzt durch einen breiten Konsens zur Komplementarität quali- und quantitativer Forschungsmethoden und zu kontinuierlichem Theorien- und Methodenfortschritt bei der evidenzbasierten Politik- und Praxisevaluation.
Die Abteilung berichtet aus ihren Forschungsergebnissen regelmäßig in den virtuellen Lunchbag Sessions "Familie am Mittag".
