Themen gendersensibel aufbereiten

Sammelband bringt aktuelle Beiträge der gendersensiblen Kindheits- und Jugendforschung zusammen

27. Januar 2022 -

Genderforschung hat am Deutschen Jugendinstitut (DJI) eine lange und wichtige Tradition und wird als Querschnittsaufgabe angesehen, die an möglichst vielen Stellen mitgedacht und in den verschiedenen Projekten mit erforscht werden soll. In diesem Zusammenhang ist die aktuelle DJI-Publikation „Kindheit – Jugend – Geschlecht – Beiträge zu einer empirischen, gendersensiblen Kindheits- und Jugendforschung“ der Herausgeberinnen und DJI-Wissenschaftle­r­innen Dr. Anna Buschmeyer und Dipl.-Soz. Irene Hofmann-Lun zu verstehen. Bei den vorgestellten Projekten handelt es sich nicht um explizite Gender-Projekte, sondern um Themen, die es nahelegen, diese auch mit einem Fokus auf Geschlecht zu untersuchen. Zu diesen Themen zählen beispielsweise das Aufwachsen von LSBTQI*-Jugendlichen, Unterschiede in der Mediennutzung von Jungen und Mädchen oder das Erleben von Partnerschaften bei jungen Geflüchteten.

Was mit „Geschlecht“ gemeint ist

Die einzelnen Beiträge des Sammelbands zeigen, dass sehr unterschiedlich ausgelegt werden kann, was mit Perspektiven auf Geschlecht gemeint ist. „Den Fokus auf Geschlecht zu legen reicht von Forschung, die die binäre Kategorien ,männlich‘ und ,weiblich‘ an statistische Daten anlegt bis zu qualitativen Interviews mit Jugendlichen, die sich selbst als ,gender-queer‘ bezeichnen und für die eine binäre Einordnung eine Diskriminierung darstellt“, erläutert Buschmeyer. Die Forschenden haben sich eine Gender-Brille aufgesetzt und ihre eigenen empirischen Forschungsergebnisse unter dem Blickwinkel betrachtet, welche Bedeutung Geschlecht in diesem Zusammenhang hat.

Breite an unterschiedlichen genderrelevanten Themen und Perspektiven

Im Hauptteil der Publikation thematisieren die Autorinnen und Autoren die unterschiedlichen Aspekte des Alltagserlebens von Kindern und Jugendlichen. Der Beitrag „Umgang mit Medien im Kindergartenalter – Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen“ setzt sich beispielsweise mit dem Nutzungsverhalten von digitalen Medien bei Kindern auseinander und wie es durch Eltern unterschiedlich reglementiert wird. In einem anderen Beitrag wurde untersucht, wie geflüchtete Jugendliche Partnerschaften erleben und wie sie in diesem Zusammenhang Geschlechtervorstellungen konstruieren, hinterfragen und anpassen.

Weitere Kapitel haben Kinder und Jugendliche in Institutionen wie Schule und der Kinder- und Jugendhilfe zum Thema. Hier wird zum Beispiel der Frage nachgegangen, wie Jugendliche mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen ihren Schulalltag erleben.


Die Herausgeberinnen
Dr. Anna Buschmeyer ist seit 2014 wissenschaftliche Referentin in der Arbeitsstelle Gender des Deutschen Jugendinstituts in München. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind: Zusammenhang von Familien- und Gender-Fragen und Auswirkungen der Corona-Krise auf das Doing Family.
Dr. Anna Buschmeyer
Dipl.-Soz. Irene Hofmann-Lun arbeitet als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind: Bildungsverläufe und Bildungsübergänge, Fragestellungen zu Inklusion in unterschiedlichen formalen Bildungskontexten.
Dipl.-Soz. Irene Hofmann-Lun

Kindheit – Jugend – Geschlecht – Beiträge zu einer empirischen, gendersensiblen Kindheits- und Jugendforschung, Herausgegeben von Anna Buschmeyer und Irene Hofmann-Lun, 345 Seiten, ISBN: 978-3-87966-460-3


Kontakt
Dr. Anna Buschmeyer
Arbeitsstelle Gender
Tel.: 089/62306-220
buschmeyer@dji.de

Dipl.-Soz. Irene Hofmann-Lun
Tel.: 089/62306-236
hofmann@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de