Kinder aus Migrationsfamilien besser in Frühe Bildung integrieren

Internationaler Workshop am DJI nimmt kommunale Maßnahmen und Strategien zur Integration in den Blick

07. Mai 2024 -

Migration ist eines der großen gesellschaftlichen Themen. Wie Kinder aus Migrationsfamilien besser in das System der frühkindlichen Bildung in Deutschland integriert werden können, diskutierten kommunale Vertreterinnen und Vertreter mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Deutschen Jugendinstitut (DJI). Zentral war dabei die Frage, was Kommunen tun und tun können, um die Zugänge und Teilhabe migrantischer Kinder an Früher Bildung zu erhöhen.

Neben Mitarbeitenden aus Kommunen in Bayern, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die für Frühe Bildung sowie Integration in ihren Städten und Landkreisen verantwortlich sind, nahmen auch Vertretungen von Migranten-Organisationen am eintägigen Workshop teil.

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Workshop im Rahmen der Studie „Lokale Steuerung und bedarfsorientierte Kindertagesbetreuung in Migrationsgesellschaften“
Organisiert wurde der Workshop im Rahmen der Studie „Lokale Steuerung und bedarfsorientierte Kindertagesbetreuung in Migrationsgesellschaften“, kurz LoKi, die im Internationalen Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC) am DJI angesiedelt ist. Im Projekt werden in einem internationalen Vergleich kommunale Strategien für eine bedarfsgerechte Teilhabe an frühkindlichen Bildungsangeboten untersucht.

 

Schwedische Wissenschaftlerinnen tragen internationale vergleichende Perspektive bei
Zunächst lieferten die schwedischen Professorinnen Anne-Li Lindgren (Universität Stockholm) und Tünde Puskás (Universität Linköping) einen Einblick in die Politik an der Schnittstelle zwischen Früher Bildung und Integration in Schweden. Zu diesem Thema hatten sie im Auftrag des LoKi-Projektes eine Expertise erstellt. Anschließend stellten die wissenschaftlichen Referentinnen des DJI, Dr. Antonia Scholz und Tabea Schlimbach erste Ergebnisse aus LoKi vor.

Am Nachmittag des Workshops stand der fachliche Austausch zu kommunalen Strategien einer bedarfsgerechten Teilhabe an Frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung im Vordergrund. Nach einem Input von Nora Jehles (Technische Universität Dortmund) zur Datenlage im Fachgebiet Migration in der Kindertagesbetreuung tauschten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen über Bedarfe migrantischer Familien, Strategien und Maßnahmen auf kommunaler Ebene sowie über die Bedeutung und Möglichkeiten von Kooperationen an der Schnittstelle zwischen Früher Bildung und Integration aus.

Am Folgetag des Workshops fand zudem ein abteilungsübergreifender Fachaustausch unter Beteiligung von Anne-Li Lindgren und Tünde Puskás sowie mehrerer Forscherinnen und Forschern des DJI zum Thema „Integration concepts and policies in child and youth development and education in Sweden and Germany” statt.

 

Aufgaben des Internationalen Zentrums Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung

Das ICEC wurde im Jahr 2012 am DJI eingerichtet. Zum Aufgabenspektrum des Zentrums gehört, Betreuungssysteme in anderen Ländern zu beobachten, Erfahrungen und Forschungsergebnisse zu bündeln sowie gute Praxis zu identifizieren und durch eigene empirische Forschung Entwicklungen im Bereich frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung abzubilden. Das Zentrum unterstützt auf diese Weise den internationalen Transfer von Wissen, politischen Konzepten und Erfahrungen und macht Erkenntnisse aus anderen Ländern für Deutschland nutzbar. Zudem agiert es als Mittler zwischen nationalen und internationalen Akteuren, die sich aus wissenschaftlicher, fachpraktischer und politisch-organisatorischer Perspektive mit Fragen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung auseinandersetzen.

 

Zum Projekt „Lokale Steuerung und bedarfsorientierte Kindertagesbetreuung in Migrationsgesellschaften (LoKi)"Zur schwedischen Expertise „Swedish Early Childhood Education and Care and integration“ Zum Internationalen Zentrum Frühkindliche, Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC)Weitere Projekte Forschungsarbeiten des DJI zum Thema Kinderbetreuung
 

Kontakt
Tabea Schlimbach
Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC)
Tel.: 0345/68178-16
schlimbach@dji.de

Dr. Antonia Scholz
Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC)
Tel.: 089/62306-370
ascholz@dji.de

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-397
mkern@dji.de