Publikationen

Familienunterstützende Kinderbetreuungsangebote - Recherche zu alternativen Angebotsformen


Berg-Lupper, Ulrike/Jampert, Karin/Janke, Dirk/Zehnbauer, Anne
In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.) (2002):
Familienunterstützende Kinderbetreuungsangebote - Recherche zu alternativen Angebotsformen. Projektheft 1
München Deutsches Jugendinstitut
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Viele Eltern wollen oder müssen heutzutage Kindererziehung und Berufsleben in Einklang bringen und sind dabei auf vielfältige und bedarfsangemessene Angebotsformen der Kinderbetreuung angewiesen. Die Pluralisierung des Familienalltags hat einen veränderten Bedarf an öffentlicher Unterstützung für die Erziehungsleistung hervorgebracht, der mit den traditionellen Strukturen alleine nicht abgedeckt werden kann. Dies trifft nach der Umsetzung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz besonders auf Angebote für unter 3- und über 6-Jährige zu, die lt. §24 SGB VIII "nach Bedarf" vorgehalten werden müssen.
Dem Bedürfnis nach flexibleren Angebotsstrukturen wurde in den letzten Jahren durch die Entwicklung vielfältiger neuer Formen der Kinderbetreuung Rechnung getragen. In der Familienpolitik der Bundesländer geht die Tendenz eindeutig in Richtung Erweiterung, Differenzierung und Flexibilisierung des bestehenden Angebotes: Neue Gesetze und Modellprojekte ermöglichen die Verbreitung alternativer und die Weiterentwicklung traditioneller Angebotsformen für alle Altersstufen, ebenso wird versucht, durch neue Finanzierungsmodelle und Bezuschussungsregelungen die bisherigen Ressourcen effektiver zu nutzen.
Die Recherche "Familienunterstützende Kinderbetreuungsangebote" (Projektheft 1), dokumentiert die aktuellen Rahmenbedingungen der Bundesländer für die Entwicklung und Umsetzung bedarfsgerechter Angebotsformen. Der Schwerpunkt liegt dabei bei alternativen und vernetzten Angebotsformen für Kinder unter 3 Jahren sowie für Schulkinder von 6 bis 10 Jahren. Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage bei den zuständigen Länderministerien und Landesjugendämtern, die durch eine gezielte Nachfrage bei Trä-gerverbänden, bundesweiten Vereinigungen und Initiativverbänden, Wirtschaftsvertretern und regionalen Jugendhilfeexperten ergänzt wurde. Die Recherche enthält u.a. Angaben aus den einzelnen Bundesländer zu Angebotslücken und Versorgungsgrad, Ländergesetzen und Verordnungen, zur Finanzierung von Kindertageseinrichtungen, Regelungen zur Tagespflege, Vernetzung von Angebotsformen und betrieblich unterstützter Kindertagesbetreuung.
Kernstück der Recherche bildet eine Übersicht über alternative Angebotsformen der Kinderbetreuung aus den jeweiligen Bundesländern (z.B. Kleinkindgruppen, pädagogischer Mittagstisch an Schulen, Mütterzentren) mit Angaben zu Auftrag/Inhalt des Angebots, Altersgruppe, Zeitumfang, Personal/Gruppengröße, Ort, Träger und Finanzierung. Diese Aufarbeitung neuerer Entwicklungsprozesse in der Kinderbetreuung und die Darstellung unterschiedlicher alternativer Angebotsformen kann Impulse für die Weiterentwicklung des öffentlichen Angebotes geben und somit zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.