Freundschaft in der Krise

Für Kinder war und ist der Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden im Corona-Alltag zeitweise deutlich erschwert. Das trifft vor allem die Jüngsten.

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03. Februar 2021 -

Persönliche Kontakte zu Gleichaltrigen sind für Kinder und Jugendliche im aktuellen Lockdown erneut nur sehr eingeschränkt möglich. Welche gravierende Veränderung dies für ihren Lebensalltag darstellt, haben Dr. Alexandra Langemeyer, Dr. Thorsten Naab und Ursula Winklhofer aus der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern“ am Deutschen Jugendinstitut (DJI) für die aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse analysiert.

Die Auswertung ihrer bundesweiten Befragung von mehr als 12.000 Eltern zur Zeit der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2020 sowie von 22 qualitativen Interviews mit Eltern und Kindern im Rahmen der Studie „Kind sein in Zeiten von Corona“ zeigen in Bezug auf die Pflege der Freundschaften: Vor allem für die Jüngeren gestaltete sich der Austausch mit Freundinnen und Freunden schwierig. Während es Kinder in der Sekundarstufe ab der 5. Klasse überwiegend gelang, insbesondere mit digitalen Medien, häufigen Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden zu halten, fiel dies Kindern im Grundschulalter und insbesondere Kindern im Kindergartenalter deutlich schwerer.

Mehr als zwei Drittel der Eltern von Kindern im Sekundarstufenalter gaben an, dass ihr Kind mindestens häufig mediale Kommunikationsformen wie Textnachrichten, Videochats, Telefonate und Videobotschaften nutzten, um sich mit Freundinnen und Freunden auszutauschen. Dies traf hingegen lediglich auf 16 Prozent der Grundschulkinder zu und fiel bei Kindern im Kindergartenalter kaum ins Gewicht (7 Prozent). Einerseits nutzen diese jüngeren Altersgruppen Medien insgesamt weniger, andererseits fehlen ihnen die nötigen Lese- und Schreibkompetenzen. Auch soziale Online-Netzwerke, die für den Austausch zwischen älteren Kindern von Bedeutung sind, spielen für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter kaum eine Rolle. Wie sehr sie einen intensiveren Austausch mit Gleichaltrigen vermissten, machen vor allem die Interviews deutlich, die im Rahmen der Studie mit ihnen geführt wurden.
 

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Kontakt
Dr. Alexandra Langmeyer, Leiterin der Studie und der Fachgruppe "Lebenswelten und Lebenslagen von Kindern"
089/62306-592
langmeyer@dji.de

Uta Hofele, Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-173
hofele@dji.de