Publikationen

Wege zur Beurteilung von Gefährdungen im Jugendalter


Lillig, Susanna
In: Informationszentrum Kindesmisshandlung / Kindesvernachlässigung (IzKK) (Hrsg.) (2012):
Wege zur Beurteilung von Gefährdungen im Jugendalter. Eine Arbeitshilfe. Deutsches Jugendinstitut
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Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen (Bundeskinderschutzgesetz – BKiSchG) am 01.01.2012 sind neben den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe auch weitere Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, verpflichtet, mögliche Gefährdungslagen von Minderjährigen zu erkennen und in geeigneter Weise abzuwenden. Aus diesem Grund richtet sich die Arbeitshilfe nicht nur an Fachkräfte der Kin-der- und Jugendhilfe im engeren Sinn, sondern auch an weitere Berufsgrup-pen bspw. aus dem Gesundheits- und Bildungswesen.
Je nach Tätigkeit und beruflicher Funktion können sämtliche Beurtei-lungsfragen jedoch nicht von allen im Bundeskinderschutzgesetz angespro-chenen Berufsgruppen geklärt werden. Im Einzelfall ist es gegebenenfalls erforderlich, zu klärende Aspekte in Einklang mit den jeweils berufsspezifi-schen Beurteilungsmöglichkeiten auszuwählen. Zudem muss in sinnvoller Weise eine Zusammenarbeit mit weiter befassten Einrichtungen und Diens-ten gestaltet werden.
Die Arbeitshilfe soll einer ersten Orientierung zur Beurteilung möglicher Gefährdungssituationen von Jugendlichen dienen. Der Text basiert in we-sentlichen Teilen auf dem Beitrag von Heinz Kindler und Susanna Lillig (2011) und entwickelt aus den dort dargestellten Erkenntnissen strukturierte Handlungsempfehlungen. Dabei geht es insbesondere um jugendspezifische Gesichtspunkte, die im Kindesalter weniger bedeutsam sind, aber bei der Einschätzung von Gefahren im Jugendalter eine zentrale Rolle spielen (z. B. entwicklungstypische, aber im Gefährdungsfall besonders dysfunktional ausgetragene Autonomiekonflikte).