Mangelnde Digitalisierung der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt soziale Ungleichheit

Das Bundesjugendkuratorium fordert einen gemeinsamen „Digitalpakt Kinder- und Jugendhilfe“ von Bund und Ländern

02. März 2021 -

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) kritisiert die mangelnde Digitalisierung aller Institutionen, die sich mit dem Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland beschäftigen. Hierzu zählen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Kindertagesbetreuung und auch Schulen. Der Alltag junger Menschen sei digital geprägt, erklärt das von der Bundesregierung eingesetztes Expertengremium zu Fragen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Kinder- und Jugendpolitik. Somit brächten Unterschiede in digitaler Ausstattung, Infrastruktur und sozialer sowie fachlicher Begleitung durch diese Einrichtungen auch „eine wachsende soziale Benachteiligung“ mit sich, betont das BJK, dem der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, als ständiger Gast angehört.

 

Corona-Pandemie hat Defizite deutlich gemacht

Die Corona-Pandemie habe die unzureichende Vorbereitung der Kinder- und Jugendhilfe auf die Digitalisierung deutlich gemacht. In einem „Digitalpakt Kinder und Jugendhilfe“ sollten Bund und Länder dieses Versäumnis gemeinsam angehen. Konkret formuliert das BJK elf Forderungen. Hierzu gehören neben einer angemessenen Ausstattung mit Internetverbindungen sowie geeigneter Hard- und Software auch eine verstärkte Qualifizierung der Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Ausgehend von einer kinderrechtlichen Perspektive unterstreicht das BJK die Relevanz diskriminierungsfreier Teilhabechancen sowie die Bedeutung des Kinder - und Jugendschutzes im digitalen Raum.

 

Junge Menschen in Ausarbeitung des Digitalpaktes miteinbeziehen

Das BJK hat sich im Vorfeld der aktuellen Stellungnahme intensiv mit Expertinnen und Experten aus der Kinder- und Jugendhilfe beraten. Auch in die Ausgestaltung des Digitalpaktes sollten systematisch Expertinnen und Experten für Kindheit, Jugend, Familie, Kinder- und Jugendhilfe sowie junge Menschen selbst einbezogen werden.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen. Die „Arbeitsstelle Kinder­ und Jugendpolitik“, die am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelt ist, unterstützt das Gremium seit vielen Jahren. DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach ist ständiger Gast im Bundesjugendkuratorium.

 

BJK-Stellungnahme „Digitalität von Kinderheit und Jugend: Digitalpakt Kinder- und Jugendhilfe“

 

Kontakt

Walburga Hirschbeck und Juliane Dahlke
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik
089/62306-353 bzw. -388
bundesjugendkuratorium@dji.de

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-397
mkern@dji.de