Kita-Fachberatung optimal ausgestalten

550 Fachleute aus Praxis, Politik und Wissenschaft tauschten sich beim WiFF-Bundeskongress aus

03. Dezember 2021 -

Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Bundeskongress der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) am 30. November 2021 zum zweiten Mal in Folge in einem reinen Online-Format statt. Knapp 550 Fachleute aus Kita-Praxis, Trägerlandschaft, Politik und Wissenschaft nahmen im Livestream an der Tagung teil, um die Vorträge und Diskussionsrunden über die Bedeutung der Fachberaterinnen und Fachberater für das Kita-System zu verfolgen. Im Fokus stand die Frage, unter welchen Rahmenbedingungen die Qualität der Kindertageseinrichtungen durch den Einsatz der Fachberatung optimal ausgestaltet werden kann und wo die Potenziale und Grenzen liegen.

Ministerialdirigent Dr. Stefan Luther aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung betonte, dass das Thema des diesjährigen Bundeskongresses aktueller nicht sein könnte: „Mehr Qualität in der Bildung ist ein zentrales politisches Ziel, natürlich auch in der Frühen Bildung. Fachberatung als konkretes Beratungs- und Unterstützungssystem ist ein wirksames Mittel dazu.“ Entsprechend werde es begrüßt, dass die WiFF das Thema wissenschaftsgeleitet aufnimmt und zugleich wichtige Impulse für die Praxis hervorbringt.

Rollen und Aufgabenprofile der Fachberaterinnen und -berater

Im Verlauf der eintägigen Tagung blickten Expertinnen und Experten auf die vielfältigen Berufswege und die dynamischen Tätigkeitsfelder der Fachberaterinnen und Fachberater. So analysierten sie beispielsweise ihre sehr unterschiedlichen, teilweise konkurrierenden Rollen und Aufgabenprofile, die sie bei der Unterstützung und Beratung der Leitungskräfte, der Teams und der Träger wahrnehmen. Die Regelungen zur Fachberatung sind dabei auf Landes- und Bundesebene wenig verbindlich, die Rahmenbedingungen äußerst heterogen. Dies läge „vor allem an dem uneinheitlichen Verrechtlichungs- und Institutionalisierungsgrad“, erklärte WiFF-Projektleiterin Professorin Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin. „Die Fachberatung läuft damit Gefahr, unverbindlich zu bleiben und angesichts knapper Ressourcen ihr Potenzial nicht ganz auszuschöpfen“, konstatierte die Wissenschaftlerin. Für eine Professionalisierung der Fachberatung im Sinne der Etablierung einer eigenständigen Berufsgruppe benötige es daher unbedingt eine bessere Strukturierung des Feldes.

Qualifizierungsvoraussetzungen von Fachberatung

Des Weiteren wurden die fehlenden einheitlichen Standards für die Qualifizierungsvoraussetzungen von Fachberatung behandelt. Um Impulse für eine Standardisierung zu geben, hat die WiFF gemeinsam mit einem Kreis aus Expertinnen und Experten den WiFF Wegweiser Weiterbildung 15 „Fachberatung für Kindertageseinrichtungen“ entwickelt, der zur Veranstaltung veröffentlicht wurde.

Eine ausführliche Dokumentation mit den Mitschnitten und Präsentationen der Beiträge und der Filmeinspieler, in dem Fachberaterinnen und Fachberater aus ihrer Praxis berichten, wird in Kürze auf der WiFF-Website abrufbar sein.

 

Über WiFF
Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e. V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern. WiFF wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.

 

Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)Expertengruppe FachberatungWiFF Wegweiser Weiterbildung 15 „Fachberatung für Kindertageseinrichtungen“

 

Kontakt
Julia Pollert
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)
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Abteilung Medien und Kommunikation
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