Kinder- und Jugendrechte in der Pandemie stärken

Das Bundesjugendkuratorium ruft dazu auf, sozialen Ungleichheiten entgegenwirken und junge Menschen in Krisengremien einzubeziehen

20. Januar 2021 -

Während des Lockdowns haben nicht alle Kinder und Jugendlichen zu Hause die Rahmenbedingungen, um altersgerecht und sicher aufwachsen zu können. Vor diesem Hintergrund fordert das Bundesjugendkuratorium (BJK) in seiner aktuellen Stellungnahme die Politik auf, beim Krisenmanagement stärker auf die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse junger Menschen einzugehen. Das Gremium, das die Bundesregierung in Fragen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Kinder- und Jugendpolitik berät, kritisiert, dass etwa junge Menschen in finanziell prekärer Lage, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie junge Geflüchtete bisher nicht ausreichend berücksichtigt würden. Sie bräuchten gerade jetzt noch mehr Unterstützung, damit sich soziale Ungleichheiten und Benachteiligungen durch die Pandemie nicht weiter verschärfen.

Soziale Beziehungen von Kindern und Jugendlichen ermöglichen
Die 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft betonen  zudem, wie wichtig auch in der aktuellen Situation ausreichend altersspezifische Sozialkontakte für das Wohlbefinden und die Entwicklung junger Menschen seien. Dies betreffe auch Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und den öffentlichen Raum. Begegnungen von Gleichaltrigen unter Minimierung der Infektionsgefahr zu ermöglichen, sei Aufgabe der Kinder- und Jugendpolitik, der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Kommunen.

Pädagogische Konzepte und Lernformen an Schulen anpassen
Mit Blick auf Kindertageseinrichtungen und Schulen plädiert das BJK dafür, Lehrpläne, Inhalte und Methoden an die Gegebenheiten der Pandemie anzupassen und die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Außerschulische Expertinnen und Experten könnten beispielsweise einbezogen werden, um Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien zu begleiten.

Junge Menschen ins Krisenmanagement einbeziehen
Bisher sind junge Menschen in den Krisengremien nicht repräsentiert. Das BJK wirbt dafür, ihre Meinungen anzuhören und sie bei Entscheidungsprozessen in der Pandemie auf allen Ebenen zu beteiligen. So könnten in den Krisenstäben auf Bundes- und Landesebene die Jugendministerien vertreten sein und auf kommunaler Ebene die für junge Menschen zuständigen Verwaltungseinheiten einbezogen werden.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen. Die „Arbeitsstelle Kinder­ und Jugendpolitik“, die am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelt ist, unterstützt das Gremium seit vielen Jahren. DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach ist ständiger Gast im Bundesjugendkuratorium.


BJK-Stellungnahme „Kinder und Jugendrechte in der Krise stärken“, Dezember 2020

Kontakt
Walburga Hirschbeck und Juliane Dahlke
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik
089/62306-353 bzw. -388
bundesjugendkuratorium@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-173
hofele@dji.de