DJI an Deutschem Zentrum für Psychische Gesundheit beteiligt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat für den Aufbau des neuen nationalen Zentrums sechs Forschungsverbünde ausgewählt. An einem davon wirkt das DJI mit.

16. März 2021 -

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) ist am Aufbau des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit beteiligt. Es ist Partner im Netzwerk „LIFE-TBT“, das vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum koordiniert wird. In einem mehrstufigen Wettbewerb und auf Empfehlung internationaler Expertinnen und Experten hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dieses und fünf weitere Netzwerke aus Hochschulen, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgewählt, die an dem neuen nationalen Zentrum der Gesundheitsforschung zusammenarbeiten sollen.

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit verfolgt das Ziel, optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um psychischen Erkrankungen besser verstehen, frühzeitig zu vermeiden oder erfolgreich behandeln zu können und richtet dazu den Blick auf die Entwicklung psychischer Gesundheit und psychischer Störungen ab der Geburt. Es ist auf Dauer angelegt und soll mit 30 Millionen Euro jährlich von Bund und Ländern gefördert werden.

DJI-Forschungsdirektorin Prof. Dr. Sabine Walper, die gemeinsam mit DJI-Abteilungsleiterin PD Dr. Susanne Kuger den Forschungsbeitrag des DJI in das Netzwerk einbringt, sieht das neue nationale Zentrum auch vor dem Hintergrund der aktuellen Krise als große Chance. „Die Corona-Pandemie wirkt sich insbesondere bei vielen Kindern und Jugendlichen negativ auf die psychische Gesundheit aus, darauf deuten immer mehr Studien hin“, sagt die Psychologin. Einsamkeit, Sorgen und Ängste sowie Depressivität hätten demnach zugenommen. „Das DJI kann auf Basis seiner repräsentativen Studien darüber informieren, wie viele Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland unter psychischen Belastungen leiden, welche Risiko- und Schutzfaktoren hierbei eine Rolle spielen und wer Zugang zu Unterstützungsangeboten findet“. Beim Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe sieht Walper das DJI zudem in einer bedeutsamen Vermittlerfunktion. „In den Hilfen zur Erziehung, die die Jugendämter anbieten, besteht großer Bedarf an einem besseren Verständnis von Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit von Eltern und Kindern, um diese angemessen in den Unterstützungsangeboten berücksichtigen zu können.“

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek verspricht sich vom Deutschen Zentrum für psychische Gesundheit, dass es die vorhandene Expertise noch besser bündelt und damit Forschungsergebnisse und neue Behandlungsansätze schneller in die Praxis bringt. „Das ist eine gute Nachricht für alle Patientinnen und Patienten und es bedeutet gleichzeitig einen Schub für die internationale Spitzenposition des Forschungsstandorts Deutschland.“ Die Forschungsnetzwerke haben nun sechs Monate Zeit, um eine gemeinsame Strategie zur künftigen Zusammenarbeit sowie ein Konzept mit konkreten Zielen zu erarbeiten.
 

Website des Forschungsverbunds „LIFE TBT“ (Integrating Lab-Intervention-Field-Environments with Translation-Back-Translation for Progress in Mental Health)

Kontakt
Prof. Dr. Sabine Walper
DJI-Forschungsdirektorin
089/62306-289
walper@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089-62306-173
hofele@dji.de