Bildungschancen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler verbessern

DJI untersucht im Projekt „Schule macht stark“ wie auch außerschulische Einrichtungen, etwa Vereine und Betriebe, Bildung fördern können

Eine Gruppe von Grundschulkindern verschiedener Ethnien sitzt in einem Klassenzimmer auf dem Boden und lacht in die Kamera

Foto: istockphoto/monkeybusinessimages

04. Februar 2021 -

Kinder und Jugendliche an Schulen in sozial benachteiligten Lagen haben in Deutschland immer noch schlechtere Bildungschancen. Das Deutsche Jungendinstitut (DJI) und zwölf Forschungspartner arbeiten gemeinsam mit 200 Schulen an Konzepten und Lösungsansätzen, um dies nachhaltig zu ändern. Untersucht werden Grundschulen und weiterführende Schulen bis zur zehnten Jahrgangsstufe aus allen 16 Bundesländern. Das Vorhaben ist Teil der gemeinsamen Bund-Länder-Initiative „Schule macht stark“ und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 62,5 Millionen Euro gefördert. Die Länder stellen weitere 62,5 Millionen Euro für die Unterstützung der Schulen zur Verfügung.

Neben den Zielen, den Unterricht, in erster Linien in den Fächern Deutsch und Mathematik, sowie die Schulorganisation und Schulkultur weiterzuentwickeln, sollen auch Pädagoginnen und Pädagogen gezielter qualifiziert werden. Die Forschungsarbeit am DJI nimmt zudem das Lernen außerhalb des Unterrichts und die Unterstützung im sozialen Umfeld in den Blick. „Wir wollen herausfinden, wie Angebote der Kinder und Jugendhilfe aber auch beispielsweise von Betrieben und Berufsschulen die Lernsituation der Schülerinnen und Schülern verbessern können“, erklärt Prof. Dr. Birgit Reißig vom DJI. Die Leiterin des Forschungsschwerpunkts „Übergänge im Jugendalter“ koordiniert gemeinsam mit Prof. Dr. Gabriele Bellenberg vom Institut für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum die Forschung zum außerunterrichtlichen Lernen und zur Sozialraumorientierung. Mit einer Vorstudie untersuchte das DJI bereits, wie Schülerinnen und Schüler an Schulen in schwierigen Lagen aktuell gefördert werden und erstellte einen Forschungsüberblick zum Thema.

 

Lange Projektlaufzeit ermöglicht es, auch die Wirksamkeit zu messen

Wichtig sei die lange Laufzeit des Verbundprojekts, betont Birgit Reißig. „Über die fünf Jahre hinweg, in denen Forschung und Schulen eng zusammenarbeiten, sind auch Entwicklungen nachvollziehbar. Wir können somit feststellen, ob unsere Konzepte und Empfehlungen greifen oder nicht“.

Die ersten fünf Jahre der Initiative „Schule macht stark“ dient der Zusammenarbeit im Forschungsverbund und mit den Schulen. Gemeinsam werden Handlungsempfehlungen und praktische Konzepte ausgearbeitet, um die momentane Situation der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Positive Ansätze sollen in den anschließenden fünf Jahren dann auch an weiteren Schulen angewandt werden. Um zunächst jedoch den Ist-Zustand abzubilden werden Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Anbieter von außerunterrichtlichen Angeboten online befragt. Im Anschluss untersucht das DJI welches Potenzial es gibt, Bildung auch außerhalb der Schulen etwa in Sportvereinen, Betrieben, Gemeindezentren oder auch Vereinen, die die Interessen von Migrantinnen und Migranten vertreten, zu vermitteln. Zudem sollen die teilnehmenden Schulen selbst ihren Bedarf und ihre Ziele formulieren. Aus den gesammelten Informationen werden Handlungsempfehlungen entwickelt und diese nach deren Umsetzung auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

 

Partner des DJI im Verbundprojekt

Koordiniert wird das Verbundprojekt durch das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF). Neben dem DJI gehören folgende weitere Einrichtungen dem Verbund an: die Freie Universität Berlin, das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Eberhard Karls Universität Tübingen, das Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM) der Technischen Universität Dortmund, das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin, das Interdisziplinäre Zentrum für Bildungsforschung (IZfB) der Universität Duisburg-Essen, das IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM), das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Heidelberg, die Universität Mannheim und die Universität Potsdam. An der Arbeit des Verbunds sind weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und kooperierende Institutionen beteiligt – zum Beispiel die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).

 

Weitere Informationen zur Initiative „Schule macht stark“DJI-Vorstudie "Schulen in sozial benachteiligten Lagen"

 

Kontakt

Prof. Dr. Birgit Reißig
Leitung des Forschungsschwerpunkts "Übergänge im Jugendalter" und der Außenstelle Halle des Deutschen Jugendinstituts
0345/6817833
reissig@dji.de

 

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-397
mkern@dji.de